Dos. §. 503.
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dd. Natur des Anspruches auf Herausgabe.
§. 503.
Auf Herausgabe der Dos geht:
1) ein persönlicher Anspruch', welcher unter freiem richterlichen
Ermessen steht, und durch eine gesetzliche und privilegirte Hypothek
am gesammten Vermögen des Mannes gesichert ist?.
2) Außerdem kann die Frau auch die noch vorhandenen Dotalsachen ¬
sofort als ihr Eigenthum in Anspruch nehmen: Unter
Wahrscheinlich nach einer Vorschrift der 1. Iulia et Papia Poppaea,
Francke XVIII S. 14. L. 27 §. 1 D. de relig. 11. 7, l. 1 §. 5 D.
de dote prael. 33. 4, 1. un. C. si dos const. matr. 5. 19, Nov. 22
c. 39. Eine ganz besondere (mit dem §. 496 Note 4, §. 499 Note 6 Bemerkten ¬
zusammenhangende) Auffassung bei Bechmann I S. 165 fg. II
S. 153 fg.
Diese Ausnahmen galten ursprünglich nicht für beide Sätze, sondern
nur für den zweiten, und erst durch die Compilatoren sind sie, wohl in Folge
eines Mißverständnisses, auf den ersten übertragen worden, wie dieß die Vergleichung ¬
von 1. un. C. si dos const. matr., welche in Nov. 22 c. 39 nur
wiederholt ist, mit 1. 3 §. 1 C. Th. de dot. 3. 13 ergibt. Die Ausnahmen
selbst stehen in 1. 73 §. 1 D. de I. D. 23. 3, l. 20 D. h. t., und sind folgende: ¬
wenn der Mann der Frau die Dos zurückgibt a) zur Bezahlung von
Schulden oder zum Ankauf von Grundstücken (s. auch l. 85 D, de I. D.
23. 3); b) damit sie für ihre Bedürfnisse selbst sorge; c) zum Zwecke der
Alimentation armer Angehörigen oder des Loskaufs derselben aus der Gefangenschaft ¬
— und wenn entweder die Verwendung zu diesen Zwecken wirklich
erfolgt ist, oder der Mann annehmen durfte, daß sie erfolgen werde (1. 73
1 cit.: „non perditurae uxori“).
S. Glück S. 248 fg., Hasse
S. 318 fg., Francke S. 16. fg., Leist civ. Studien II S. 199 fg., Bechmann ¬
II S. 157 fg., Czyhlarz S. 493 fg.; Puchta §. 420. 0,
Arndts §. 404 a. E., VangerowI §. 218 Anm. 2 Nr. 2, Sintenis
§. 133 Anm. 123.
Die alte actio rei uxoriae, die Justinianische actio ex stipulatu §. 503.
(§. 499 Note *). Rechtshistorisches über die actio rei uxoriae bei Dernburg ¬
Compensation S. 99 (2. Aufl. 95) fg., Bechmann I S. 47 fg. II
S. 319 fg., Czyhlarz S. 32 fg., Bekker Actionen I S. 315 fg.
2 L. un. §. 2 C. de rei ux. act. 5. 13.
3 S. über das Nähere I §. 232 Num. 6. §. 246 Num. 2.
4 Nach der Vorschr
ift Justinian's in 1. 30 C. de I. D. 5. 12; s. auch
Nov. 91 c. 1. Der Gedanke, von welchem die 1. 30 cit. ausgeht, ist folgender:
es ist nicht erträglich, daß der Anspruch der Frau auf Herausgabe ihrer vorhandenen ¬
Dotalsachen durch die Gläubiger des Mannes, und hätten sie auch
an diesen Sachen eine Hypothek, sollte vereitelt werden können. Deßwegen