sich erbitten, warum nicht auch für ihr Handeln ausser
dem Process? "7)
So*s) erscheint denn das Weisthum als cine Art des
Urtheils, so werden mit Urtheilen auch Verwaltungsangelegenheiten ¬
erledigt, so lässt zuweilen selber der König
seine Befugniss zu beabsichtigten Regierungshandlungen,
bevor er sie ausführt, sich durch ein Urtheil des Gerichtes
bezeugen **); so ist es ferner theils Recht theils Sitte, dass
der Lehenshe
r seine Mannen im Lehensgericht um Urtheil
fragt über die Rechtmässigkeit von Handlungen, die er als
Lehensherr vornehmen, über die Verbindlichkeit von Geboten, ¬
die er als Lehensherr erlassen will, über die Folgen,
welche den Ungehorsamen treffen sollen20).
So ist es
endlich Gebrauch, dass auch der Private vom Gericht, auch
in einseitigem Verfahren, ein Urtheil erbittet, welches
ein nur formell gültiges ihm nachtheiliges Rechtsgeschäft,
sei es ein eigenes, sei es ein fremdes, ausdrücklich für
unverbindlich erklären soll. In dieser Weise kann die
Unverbindlichkeit von gerichtlichen wie aussergerichtlichen ¬
Akten (z. B. von Veräusserungen 21), auf Antrag durch
förmliches Urtheil festgestellt werden; namentlich ist es
gebräuchlich die Unverbindlichkeit erzwungener Rechtsgeschäfte ¬
in öffentlicher Gerichtsversammlung sich durch
Urtheil in einseitigem Verfahren 22) bezeugen zu lassen.
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17) Vgl. Planck, Gerichtsverfahren I. S. 305 u. 306.
18) Planck, I. S. 306 u. 307.
19) Vgl. z. B. Portz, Monum. Germ. Leg. II. Sent. 454 (a. 1290).
20) Vgl. Süchs. Lur. 45, 1—3. 79, 2. 72, 5. 46. 42, 1. Rstg.
Lnr. 26, 4. 26, 5; cf. Homeyer, Lehnrecht § 24. III. A. 2 S. 378.
§ 63. Nr. 11 b. S. 560. § 73. Nr. 1. S. 582 (§ 84. Nr. 1 a S. 618).
21) Portz, Monum. Germ. Leg. II. Sent. 186. 194. 144. 228.
266; vgl. 435. 444, auch 127.
22) Vgl. Franklin, Sententiae curiao regiae Nr. 282. 288.
285, und dazu das allgemeine Zeugniss des Schwabeuspiogels
(Gengler) Art. 255, § 1: „Hat aber er in ungetriwelichen gevangen
oder ze unrechte dar zu betwungen und hat er gesworen oder sus
gelübede getan, oder burgen gesezet: des ist er alles mit rehte ledic.
Wil er aber mit rehte da von komen, so sol er varn für sinen
richter, und sol da mit urteil da von komon. Da sol man im ur¬