Volltext : Erbrechtspolitik, alte und neue Feudalität (100)

Erbrecht  und  Bauernstand  in  England.
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hundert  als  vor  der  Säule  von  Staat  und  Kirche  sich  beugt.
Ja  selbst  die  schottischen  Juristen,  die  1763  gegen  das  schottische ¬
  Gesetz  von  1685  Sturm  laufen,  weil  es  in  der  kurzen
Zeit  seit  seinem  Bestehen  zur  Konzentration  von  15  des  Landes -
  in  wenigen  Fideikommissen  geführt  habe,  wagten  an  seiner
Statt  nicht  die  gänzliche  Beseitigung,  sondern  nur  die  Ersetzung ¬
  durch  englische  Familienstiftungen  zu  verlangen.  Allein
obwohl  sie  alle  einmütig  sind  bis  auf  zwei,  setzt  eine  kleine
aber  mächtige  Partei  es  durch,  dass  die  schottischen  Fideikommisse ¬
  bleiben;  denn,  wie  ihr  juristischer  Vertreter  es  ausspricht, -
  die  Fideikommisse  sind  die  Garantie  der  Herrschaft
der  Aristokratie.
Die  Kritik  der  Primogenitur  und  der  Fideikommisse  flüchtete ¬
  sich  nunmehr  zu  den  Philosophen.  Dem  ersten,  der  sie
geübt,  James  Harrington,  ist  es  allerdings  schlecht  bekommen,
dass  er  ein  Gesetz  verlangt  hat,  das  die  Konzentration  von
mehr  Landbesitz,  als  2000  Pfd.  Sterl.  Rente  abwirft,  verbietet.
Er  wurde  in  den  Tower  geworfen,  nach  einem  ergebnislosen
Verhör  auf  eine  Art  Teufelsinsel  in  der  Nähe  von  Plymouth
gebracht,  wo  er  erkrankte  und  schliesslich  dem  Irrsinn  nahe
kam.  Aber  das  war  noch  unter  Karl  II.  gewesen.  Bischof
Berkeley  wird  es  schon  gestattet,  spottend  die  Frage  aufzuwerfen: -
  „Was  für  ein  Recht  hat  ein  ältester  Sohn  auf  die
schlechteste  Erziehung?“  und  nach  dem  Vorgang  von  Montesquieu -
  eignet  sich  sogar  Blackstone  die  Argumente  gegen
Primogenitur  und  Fideikommisse  an,  während  Gibbon  von
dem  „unverschämten  Vorrecht“  des  Erstgeborenen  spricht.
Da  kam  Adam  Smith  und  fasste  Alles,  was  seit  200  Jahren
gegen  die  Primogenitur  vorgebracht  worden,  in  seiner  Darlegung ¬
  der  Gründe,  die  zur  Entmutigung  des  Ackerbaues  beigetragen, ¬
  und  seiner  Ausführung  über  den  Einfluss  der  Städte
auf  den  Fortschritt  des  Landes  zusammen.  Namentlich  betont
er,  wie  sie  durch  Beschränkung  des  Landangebots  auf  dem
Markte  zu  künstlicher  Steigerung  der  Bodenpreise  führe,  wie
die  Landwirtschaft  dadurch  für  kleine  Leute  unrentabel  werde,
wie  dies  den  Boden  in  immer  weniger  Händen  konzentriere,
während  die  kleinen  Besitzer  den  Boden  doch  viel  sorgfältiger
als  die  grossen  bearbeiteten.
Daneben  finden  sich  sämtliche
            
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