Volltext : Lewis, William: Lehrbuch des Versicherungsrechts

§  14.  Pflichten  d.  Versichert.  in  Ans.  d.  versichert.  Interesses.  193
Damit  von  neuen  Gefahrsmomenten  gesprochen  werden  kann,
ist  es  nicht  erforderlich,  daß  durch  die  Veränderung  eine  Erhöhung
der  Gefahr  eintritt,  es  genügt  vielmehr,  daß  die  Gefahr  eine  wesentlich
andere  geworden  ist.  Nimmt  der  Versicherte  eine  Deviation  bei  einer
Seereise  vor,  so  ist  diese  Reise,  bei  welcher  der  Versicherte  von  dem
entsprechenden  Kurs  abgewichen  ist,  eine  ganz  andere  als  die,  deren
Risiko  der  Versicherer  übernommen  hat.  Die  Versicherung  eines
Familien=Wohnhauses  ist  eine  ganz  andere,  als  die  eines  Hauses,
in  welchem  Hotelwirtschaft  oder  Schankwirtschaft  betrieben  wird;
die  Versicherung  des  in  dem  Hause  Nikolaistraße  3  befindlichen
Mobiliars  ist  eine  ganz  andere,  als  die  des  Mobiliars,  welches  in
das  Haus  Nikolaistraße  1  gebracht  ist,"  ebenso  die  des  im  Vorderhause ¬
  befindlichen  Mobiliars  eine  andere,  als  die  des  im  Hinterhause
befindlichen."  Daß  dies  gerade  vom  Standpunkt  des  Versicherers
9  S.  o.  S.  72  Note  11.
10  Malß,  Betrachtungen  S.  49  ff.;  Malß  in  Goldschmidts  Zeitschr.
XIII  S.  114  f.;  Prot.  der  Handelsr.=Konf.  VII  S.  3170,  3175,  3181;
König  in  Endemanns  Handb.  III  S.  762  f.;  Grün  et  Joliat,  Des
assur.  terr.  S.  276  sagen:  L'assureur  prend  à  son  compte  la  garantie
d'un  cas  fortuit  specifié  par  le  contrat.  Si  la  nature  du  risque  change,
l'engagement  n'est  plus  le  même;  un  sinistre  soumettrait  l'assureur ¬
  à  une  responsabilité  autre  que  celle  dont  il  avait  consenti
de  se  charger.  S'il  n'était  pas  averti  par  l'assuré  resté  en  possession
de  la  chose,  il  aurait  droit  d'alléguer  l'erreur,  dans  laquelle  il
aurait  été  induit  par  ce  silence;  il  pourrait  demander  résiliation  du
contrat;  Boudousquié,  Des  assur.  (citiert  von  Malß,  Betrachtungen ¬
  S.  51  f.):  „Le  consentement  de  l'assureur  et  les  conditions
auxquelles  il  s'oblige,  reposent  en  effet  sur  l'opinion,  qu'il  s'est
faite  sur  les  risques,  d'après  les  circonstances  de  la  chose  assurée
et  l'état  des  lieux  tels  qu'ils  existaient  au  moment  du  contrat;  si
les  risques  eussent  été  différents,  l'assureur  aurait  peut-être  refusé
son  consentement,  ou  aurait  imposé  d'autres  conditions  et  exigé  une
prime  plus  forte.  Ce  consentement  cesse  donc  de  le  lier  dès  le  moment ¬
  que  l'état  des  lieux  ou  les  circonstances  des  choses  assurées
ne  sont  plus  les  mêmes  et  présentent  de  plus  grands  risques  ou
séulement  des  risques  qui  sans  être  plus  grands  sont  d'une  nature
différente.“  Erk.  des  Stadtger.  zu  Frankfurt  a.  M.  vom  29.  Okt.  1866:
Erk.  des  Appelhofs  von  Paris  vom  27.  Jan.  1866,  bei  Malß  Zeitschr.  f.
ersicherungsrecht  II  S.  207,  318  und  bei  Malß  in  Goldschmidts  Zeitschr.
XIII  S.  121—122.  —  Eine  Lokalveränderung  liegt  dann  nicht  vor,  wenn
die  Räume,  in  welche  die  Sachen  während  der  Versicherung  gebracht  werden,
zu  dem  Hause,  der  Wohnung,  dem  Speicher  u.  s.  w.  gehören,  in  dem  die
13
Lewis,  Versicherungsrecht.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer