Volltext : Köppen, Karl Friedrich Albert: Lehrbuch des heutigen römischen Erbrechts

Erstes  Buch:  Die  Lehre  von  der  Erbfolge:
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Intestaterbe  mit  der  h.  p.  besiegt:  so  lange  ihm  sein  Erbrecht
nicht  bestritten  ist,  muß  die  Leistung  der  ihm  auferlegten  Vermächtnisse ¬
  aus  einem  error  probabilis  als  ein  negotium  hereditarium ¬
  gelten.!  Nur  die  wissentliche  Zahlung  eines  indebitum
und  die  ihr  gleichstehende  aus  einem  unentschuldbaren  und  daher
unbeweisbaren  Irrthum  kann  nicht  als  ein  solches  gelten,  deshalb
kann  er  diese  nicht  in  Anrechnung  bringen.?  Aber  aus  erbschaftlichen ¬
  Geschäften  darf  er  keinen  Schaden  haben  (ne  in  totum
damno  afficiatur),  ebensowenig  aber  auch  irgend  einen  Gewinn
(omne  lucrum  auferendum  est).  Hat  er  eine  verkaufte  Erbschaftssache ¬
  um  einen  geringeren  Preis  zurückgekauft,  so  haftet  er
nicht  blos  auf  die  Sache,  sondern  auch  auf  die  Bereicherung  aus
dem  empfangenen  Preise,  aber  nicht  für  gesetzliche  Zinsen.3  Hat  er
von  Erbschaftssachen  Früchte  gezogen,  so  haftet  er  nicht  blos  auf
alle  fructus  extantes,  auch  auf  die,  die  der  Erbe  nicht  gezogen
haben  würde,“  sondern  auch  auf  die  Bereicherung  aus  den  consumirten ¬
  Früchten,“  und  zwar  gleichviel  ob  sie  vor  oder  erst  nach
dem  Antritt  des  Erben  gezogen  und  consumirt  sind,  weil  Früchte,
wie  jede  andere  Accession  ex  ipsa  hereditate,  auch  wenn  sie  erst
post  aditam  hereditatem  eintritt,  nicht  zu  den  res  heredis,  sondern
11.  17  D.  eod.  .  ..  eo  tempore  solverit  legata,  quo  adhuc  nulla
controversia  mota  sit,  et  ob  id  nullam  interposuerit  cautionem,  placet
in  eo  casu  evicta  hereditate  dandam  ei  esse  repetitionem;  sed  cum
cessante  cautione  repetitio  datur,  periculum  est,  ne  propter  inopiam
eius,  cui  solutum  est  legatum,  nihil  repeti  possit,  et  ideo  secundum
senatus  consulti  sententiam  subveniendum  ei  est,  ut  ipse  quidem
ex  retentione  rerum  hereditariarum  sibi  satisfaciat,  cedat  autem  actionibus ¬
  petitori,  ut  suo  periculo  eas  exerceat.
2  1.  20  §  18  D.  eod.
3  1.  22  D.  eod.  ..  Dispicite,  patres  conscripti,  numquid  sit
aequius  possessorem  non  facere  lucrum  et  pretium,  quod  ex  aliena  re
perceperit,  reddere,  quia  potest  existimari  in  locum  hereditariae  rei
venditae  pretium  eius  successisse  et  quodammodo  ipsum  hereditarium
factum.  Oportet  igitur  possessorem  et  rem  restituere  petitori  et  quod
ex  venditione  oius  rei  lucratus  est.  l.  20  §  6a  D.  eod.  .  .  placere  redactae ¬
  ex  pretio  rerum  venditarum  pecuniae  usuras  non  esse  exigendas
idemque  in  similibus  causis  servandum.
4  1.  56  D.  eod.
5  c.  1  §  1  C.  h.  t.  (3.  31).
            
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