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§. 1135.
Sind keine Zinsen in der Obligation ausgesetzt, ¬
so kann sie der Gläubiger auch nicht
Geist verabscheuet, ohne seine wirkliche Existenz
näher zu untersuchen. Hierher gehört das Unding,
das man im Conversations-Tone Wucher nennt, und
dem man die Theuerung zuschreibt.
Rie waren von einem Dinge so vielseitige Meinungen -
und Ansichten gäng und gäbe, als man jetzt
von diesem Wucher und den Mitteln, denselben einzustellen, =
hat. — Beym Oebstlerstande so wie auf
den sammtnen Sophen, bey Theetischen, in Bierund =
Kaffehhäusern, in kleinen Comptoiren bis zur
Börse, und in ernsten Gesellschaften wird darüber
räsonirt; doch jeder betrachtet ihn nur in dem Lichte,
welches sein bürgerlicher Standpunct ihm angibt,
und wenige scheinen ihn als ein Phänomen der StaatsOekonomie =
im allgemeinen Gesichtspuncte zu betrachten. =
Z. B. Die Handelsleute suchen die Quellen
desselben in dem allgemeinen Hange zum Handel
und Speculiren, und sagen: „Daß jeder Handwer„ker, ¬
der einige Gulden erübrigt hat, sogleich spe„culirt, =
und mit seinem Gelde wuchert, dieß sey
„die Ursache der Theuerung und folglich des drü„ckenden ¬
Wuchers." Die Handwerker seufzen entgegen: ¬
„Die Kaufleute, ihr Aufwand, der sie zwingt,
„hohe Procente von den Waaren zu nehmen, ver„ursache =
diesen Unfug. Ich las sogar zu P. — eine
Abhandlung, die von einer Behörde berücksichtiget.
wurde, und in welcher bewiesen ward: „Der Wu„cher ¬
entstehe aus der Verkäuflerey der Vietualien.
— Die Andächtigen wälzen sogar alle Schuld auf
„Gottlosigkeit, womit man übertriebenen Gewinn zu
„suchen nicht erröthet; die Abergläubigen setzen