Vom Beweise. §. 130.
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stellung der richterlichen Ueberzeugung bedient, beziehendlich die
Proceßschrift, in welcher die Partei diese Beweismittel bezeichnet1. ¬
§. 130.
Voller und mindervoller Beweis im subjectiven Sinne.
v. Tevenar Theorie der Beweise Abschn. III. p. 144 fg. Schneider vollst. Lehre vom
rechtl. Beweise §. 11. 13 u. 427 fg. v. Gönner Handbuch II, 37. §. 24 fg. v. Globig
Theorie der Wahrscheinlichkeit II, 12. §. 10. Walch im Magazin 1. p. 109 fg. W. H.
Puchta Dienst d. deutschen Justizämter II. §. 199. p. 206. Derselbe in der Zeitschrift
f. Civilr. u. Proceß 1, 13. p. 293 fg. Brauer im Archiv f. d. civilist. Praris XXV, 11.
p. 322 fg. v. Grolman Theorie §. 83. Martin Lehrbuch §. 127 u. 136. v. Linde
Lehrbuch §. 317. Heffter System §. 221 u. 222. Bayer Vorträge p. 777 u. 981 fg.
Schmid Handbuch §. 119. p. 151 fg.
Die durch gesetzliche Vorschriften begrenzte und von dem
Vorhandensein eines gesetzlichen Beweisgrunds abhängige richterliche ¬
Ueberzeugung von der Wahrheit einer thatsächlichen Behauptung ¬
kann im concreten Falle eine volle oder eine nur
mindervolle sein, je nachdem die gesetzlichen Voraussetzungen
derselben vollständig oder nur unvollständig vorhanden sind. Im
letzteren Falle sind wieder verschiedene Abstufungen möglich.
Darnach unterscheidet man zwischen juristischer Gewißheit
und bloßer juristischer Wahrscheinlichkeit, vollem und
mindervollem Beweise, probatio plena et minus
plena, und je nachdem die vorhandenen Wahrscheinlichkeitsgründe ¬
sehr stark sind, oder erhebliche Zweifel zulassen, zwischen
mehr als halbvollem und weniger als halbvollem Beweise, ¬
probatio semiplena major et semiplena minor'. -
-Auf bloße Wahrscheinlichkeit hin kann der Richter, auch
wenn sie noch so stark ist, in der Regel keine Entscheidung fällen.
Nur in Processen, in denen es sich lediglich um eine provisorische
Regulirung handelt, sowie zu Rechtfertigung von Anträgen,
welche wegen Gefahr im Verzuge nur eine einstweilige Sicherstellung ¬
bezwecken und nach Befinden auch bei processualischen
Zwischenhandlungen erleidet diese Regel eine Ausnahme?. Daher
13 S. unten §. 208.
1 Peinliche Gerichtsordnung v. 1532 Art. 30. „Item eyn halbe
beweisung —
2 Fr. 3. §. 9. Dig. ad exhibendum X, 4. „Sciendum est autem.
non solum eis, quos diximus, competere ad exhibendum actionem.
verum ei quoque, cujus interest exhiberi. Judex igitur summatim debebit ¬
cognoscere, an ejus intersit, non, an ejus res sit, et sic jubere vel
exhiberi, vel non, quia nihil illius interest“ (Clpianus). Igstr ReichsÖsterloh, ¬
gemeiner Civilproceß.
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