Volltext : Kantorowicz, Wilhelm: Zur Psychologie der Kartelle

Anhang.
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Kampfes  von  weittragender  wirtschaftlicher  und  politischer  Bedeutung.
Infolge  des  Einflusses  auf  die  Steuerkraft  der  Kommunen
und  auf  die  bei  dem  Unterliegen  der  reinen  Walzwerke  entstehende ¬
  Verschiebung  von  Industriezentren  und  die  Abwanderung ¬
  von  Arbeitern  stünden  staatliche  Interessen  in
Frage.  Es  sei  ja  richtig,  daß  technisch  nicht  auf  der  Höhe  der  Zeit
stehende  veraltete  Betriebe  gegenüber  neuen,  mit  den  besten  Einrichtungen
versehenen  Werken  unterliegen  müßten.  Wenn  aber  eine  Anzahl
starker  Unternehmer,  um  ihre  Werke  immer  weiter  auszudehnen,
sich  zusammenschlösse  und  die  schwächeren  Existenzen  zu  vernichten ¬
  suchte,  so  könne  man  diese  Gestaltung  der  Dinge  unmöglich
als  eine  natürliche  gewerbliche  Entwicklung  ansehen.  Die
reinen  Werke  führen  dann  die  Gründe  an,  welche  für  ihre  Existenzberechtigung ¬
  sprechen.  Sie  seien  mit  ihren  Grundstücken,  ihren  Baulichkeiten ¬
  und  Anlagen  nun  einmal  vorhanden.  Die  Erfahrung  habe
gezeigt,  daß  die  bestehenden  Werke  nicht  so  leicht  von  der  Bildfläche
verschwinden  könnten,  denn  bei  günstiger  Geschäftslage  fänden  sich  immer
wieder  Unternehmer,  die  diese  Anlage  zu  billigen  Preisen  erwerben  und
welche  bei  den  geringen  Anlagekapitalien  mit  Erfolg  produzieren  könnten;
das  wichtigste  Arbeitsfeld  der  reinen  Walzwerke  sei  die  Erzeugung  von
feineren  Walzwerkserzeugnissen.  Diese  könnten  aber  die  kleineren
Betriebe  meistens  mit  viel  größerer  Sparsamkeit  und  geringeren ¬
  Kosten  herstellen  als  die  gemischten  Betriebe,  welche,  von
wenigen  Ausnahmen  abgesehen,  mehr  auf  die  Herstellung  schwerer
Walzwerkserzeugnisse  eingerichtet  seien.  Wenn  die  gemischten  Werke
auch  die  vornehmlich  in  den  reinen  Walzwerken  hergestellten  Waren
billiger  lieferten,  so  sei  damit  noch  nicht  der  Beweis  erbracht,  daß  sie
tatsächlich  günstiger  produzierten.  Die  Stahlwerke  gliederten  sich  jene
Betriebszweige  nur  an,  um  die  durch  ihre  Vergrößerung  bewirkten  überschüssigen ¬
  Mengen  Halbzeug  zu  verarbeiten.  Sie  geben  häufig  die
kleineren  Artikel,  wenn  es  zur  Bekämpfung  des  Wettbewerbes  zweckmäßig ¬
  erscheine,  unter  Preis  ab  und  hielten  sich  dafür  bei  dem
Verkauf  ihrer  Haupterzeugnisse,  der  Träger,  Schienen  usw.,
schadlos.  Die  Erhaltung  der  reinen  Walzwerke,  so  wird  weiter  angeführt, ¬
  sei  auch  von  großer  Bedeutung  für  die  Kleineisenindustrie.
Die  reinen  Werke  hätten  sich  in  erster  Linie  den  Bedürfnissen  derselben
angepaßt.  Wie  sich  im  Jahre  1902  gelegentlich  des  Zustandekommens
eines  Stabeisenverbandes  gezeigt  habe,  neige  die  Preispolitik  der  gemischten ¬
  Werke  dahin,  die  Preise  für  Stabeisen  und  ähnliche  Eisensorten
            
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