Zweytes Hauptstück.
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oder gebahren (15) noch darf sich eine Witwe dieses
Standes, mit Fug Rechtens solcher nicht angewiesenen
Einkuͤnfte anmasen, sondern sie muß sich mit dem ihr
bestimmten Witthume begnuͤgen (16). Diese Regel
leidet aber doch zuweilen ihre Ausnahme (17), z. B.
In An— =
im coelnischen, julichischen u. s. w. (18).
sehung des erworbenen und eigenen Vermoͤgens, hingegen, ¬
wohin auch die erweislichen Besserungen der Lehn
und andrer Güter gehören, darf in der Regel, ein jeder =
frei schalten und walten, und die Erbfolge sowohl,
als die Ausstattung der Tochter, die Leibzucht u. s. w.
daraus bestimmen (19); und dies kan nicht allein durch
Eheberedungen, sondern auch mittelst lezter Willen,
und nach besondern Rechten und Gewohnheiten geschehen. =
Eben dieses kan auch bei dem niedern Adel
und der Ritterschaft statt finden: aber Lehn Stammund ¬
Fideicommisguͤter haben bei ihnen die nemlichen
Verhaͤltnisse, wie bei erlauchten Personen (20); wie
denn auch, der Regel nach, ein Ehemann nicht in
den seiner gewesenen Ehegattin zugehoͤrigen Lehnguͤtern,
succe(15) ¬
Carol. Henr. Moeller distinct. feud. Rost. 1748. 8.
Cap. XXI. dist. 4. 5. S. 479 fg. Mosers FamilienStaatsrecht =
Th. II. S. 192 fg. §. 90.
(16) a Ludolf de jure fem. illustr. P. II. c. Il. §. 5. n. 49.
fg. S. 107 fg. Moeller l. c. S. 480 fg. Estor de juribus
quibusd. viduar. mul. eq. §. 26 fg. S. 69 fg.
(17) Estors Rechtsgel. der Teutschen. Th. II. §. 3079. S.
90. Lennep Codex probationum zur Abhandlung von der
Leihe zum Landsiedel Rechte. S. 491. fg. Marburg 1768. 4.
(18) Estor de jurib. quib. vid. mul. eq. §. 27.n. 3. S. 75.
(19) a Ludolf l. c. P. III. app. S. 73 fg. Struv et Hellfeld ¬
l. c. T. IIl. c. 3. sect. 1. §. 43 fg. S. 247 fg. Strubens =
rechtl. Bedenken, Th. 1. Bed. LVII. S. 147 fg.
(20) Vtor bürgerl. Rechtsgel. der Teutschen, Th. II. §.
3012. S. 65 fg. Struben am a. O. Th. I. S. 145 fg.