III. Der Warenhandel im allgemeinen.
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stehen, eine immer größere; zugleich werden die einzelnen Gattungen von Waren
immer mannigfaltiger in Bezug auf ihre Brauchbarkeit, auf ihre verschiedene
Wohlfeilheit u. s. w. Eine und dieselbe Ware an verschiedenen Plätzen oder
durch verschiedene Produktionsmethoden hervorgebracht, ist nicht mehr die gleiche,
sondern nach Brauchbarkeit und Preis verschieden. So wird fortwährend die
Welt der Waren reicher gegliedert und dies macht eine stets zunehmende Arbeitsteilung ¬
im Gebiete des Warenhandels notwendig. Wenn es auch heutzutage
noch viele Waren gibt, welche direkt vom Erzeuger an den Konsumenten verkauft ¬
werden, z. B. die Erzeugnisse des Kleinhandwerks, so ist doch auch für
einen derartigen Verkauf schon eine anderweitige Handelsthätigkeit Vorbedingung
indem der Produzent seine Rohstoffe von Rohstoffproduzenten eingekauft haben
muß. Also selbst da, wo Produzent und Konsument direkt miteinander Handelsgeschäfte -
abschließen, können dieselben nur auf Grund vorangegangenen Warenhandels ¬
abgeschlossen werden.
Die Unterschiede, welche sich in dem Gebiete des Warenhandels selbst wieder
finden, sind schon oben bei den verschiedenen Einteilungen des Handels erwähnt;
teilweise beruhen sie auch in dem Charakter der verschiedenen Waren.
Die Ware.
Wesen derselben. Nur das für den Verkauf bestimmte Gut ist
Ware. Alles was überhaupt einen Wert hat und übertragen werden kann,
kann demnach eine Ware sein. In Wirklichkeit wird der Kaufmann bei einer
Ware weniger auf den Gebrauchswert als auf den Tauschwert zu sehen haben.
Freilich beruht der Tauschwert auf dem Gebrauchswert, aber er läuft bekanntlich ¬
nicht mit ihm parallel. Manche von den verschiedenen Eigenschaften, welche
die Waren außer ihrem Gebrauchswert und Tauschwert noch haben, sind von
größerer, andere von geringerer Wichtigkeit. Je geringer Raum und Gewicht
der Ware bei gleichem Preise, um so mehr eignet sich die Ware für den Handel.
Eine weitere Eigenschaft der Waren ist die größere oder geringere Regelmäßigkeit ¬
ihrer Produktion. Waren mit regelmäßiger Produktion müssen
auch regelmäßigere Preise haben als Waren mit wechselnder Produktion. Bei
Waren mit regelmäßiger Produktion wird auch das Geschäft sich in viel gleichmäßigeren ¬
Geleisen bewegen, viel weniger Gegenstand der Spekulation sein.
Die größere oder geringere Stetigkeit in der Erzeugung der Ware hängt aber
von der Rohproduktion und diese von der Natur ab.
Die verschiedene Vertretbarkeit der Ware ist keineswegs gleichgiltig für
den Handel. Manche Warengattungen sind vorzüglich geeignet, einander zu vertreten
und diese Eigenschaft läßt die Preise solcher Waren auch immer zusammenhängen.
Die Haltbarkeit der Waren muß ebenfalls auf das Handelsgeschäft Einfluß ¬
nehmen. Waren, welche weniger leicht verderben, müssen ihre Preise
leichter behalten, während Waren, welche weniger haltbar sind, mit der Zeit
im Preise sinken und deshalb anfangs Preise haben müssen, welche ihren wirklichen ¬
Wert übersteigen. Die verschiedene Haltbarkeit der Waren muß auch auf
das Risiko des Handels, der sich mit ihnen beschäftigt, Einfluß nehmen.
Manche Gattungen von Waren pflegen mit der Zeit vesser zu werden wie
B. Wein und Tabak und müssen demgemäß schon infolge der Lagerung
bessere Preise erhalten.
Bestimmung der Waren. Die Waren zerfallen in drei Gruppen, wenn
man ihr Verhältnis zur Konsumtion betrachtet.
1. Rohstoffe. Der Ausdruck wird nicht immer in gleicher Bedeutung
gebraucht. Eigentlich wären Rohstoffe bloß diejenigen Waren, die genau in
demselben Zustande in den Handel kommen, in welchem die Natur sie liefert, z. B.
Kartoffel, Obst, Gemüse, Eier, Erze, Steinkohlen. Es ist aber nur ein kleiner