V. Ueber die Entheiligung.
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Wewenn -
ein Insekt das höchste Wesen raͤchen wollte.
der der Richter auf dem Dorfe noch in der Stadt sind
ein Moses und Josua.
Cicero sagt in seiner Abhandlung von den Gesetzen,
daß die Bürger überzeugt seyn müssen, daß die Götter
Herren der ganzen Schopfung sind, daß ihre Vorsehung
alles regiert, daß sie die Quelle aller unserer Guͤter ist
und daß die Goͤtter alle unsere Handlungen genau beobachten. -
Ich glaube freilich mit Bayle, daß ein Staat
von lauter Atheisten bestehen köͤnne, aber daß er eben so
gut bestehen köͤnne, als ein Staat, in welchem eine gesunde -
Religion eingeführt ist, das glaube ich nicht, und
der selige Mann glaubte es auch nicht.
Man hat nicht zu besorgen, daß jemals ein solcher
Staat entstehen werde, ich will mir also auch nicht
den Kopf daruͤber zerbrechen, auszumachen, wie diese
Leute ihre Gesetze einrichten muͤßten. In Europa glaubt
man durchgehends einen Gott, und die Klügern der Nationen -
sind von seinem Daseyn so gewiß überzeugt, als
von irgend einer geometrischen Wahrheit. Das ist
aber ein großer Jrrthum, wenn man glaubt, daß man
Gott rächen müsse, gleichsam als wenn er unserer bedürf¬Es -
gehört nicht für die menschliche Gerechtigkeit
te.
die Sache Gottes zu rächen.
So dachte der Herzog von Sully. Und Cicero,
ein eben so großer Staatsmann, schreibt: Wenn jemand
hierinne einen Fehler begeht, so wird Gott der Raͤcher
seyn. (Qui secus facit, Deus ipse vindex erit.) Die
klugen Römer dachten niemals daran, einen Menschen
seines
Vorage:
Max-Planck-Institut für
DFG
europäische Rechtsgeschichte