Begriff der Bedingung. §. 36.
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erscheinen *). Der erklärte Wille beschränkt sich hier, indem er
sich setzt auf den Fall des Eintretens dieses Umstandes und man
bezeichnet nun dieses sich selbst Beschränken *) des Willens als
Bedingung *), das Rechtsgeschäft oder den Vertrag als beding
erklärten Willen und es ist daher ein Rechtsgeschäft im juristischen Sinne nicht
vorhanden, vgl. oben §. 24.
*) Das Nichtvorhandensein des erklärten Willens bei Ausfall der Bedingung
ist das Primäre und nur eine Folge davon das Nichtbestehen des Vertrages und
seiner Wirksamkeit, es kann daher nicht gebilligt werden, wenn statt des
Grundes diese Folge in die Begriffsbestimmung der Bedingung aufgenommen und
gesagt wird, dass von der Bedingung der Bestand oder die Wirksamkeit des Vertrages ¬
(Puchta P. §. 59, Wächter würt. Pr. R. 2. 690), oder der Bestand des
Rechtsverhältnisses aus dem Vertrage (§. 696 a. b. G. B. und die oben Note 2
Cit.) abhängig gemacht sei.
*) Ueberschrift zum 12. Hauptstück der 2. Abth. d. a. b. G. B., §. 695
a. b. G. B., Scheurl 3, Wendt bed. Rechtsg. 1, Adickes 2 fg., Savigny Syst.
3. 120, Rudorff zu Puchta P. §. 59 Note a, Arndts P. §. 66, Windscheid
P. §. 85 a. E., Unger Pr. R. 2. 57 Note 3 u. 6. 69 Note 3; dagegen, aber ohne
ausreichende Gründe: Fitting Arch. 39. 307 fg., Eisele Arch. 50. 262, Schulin 9,
Bekker P. §. 115 Beil. II.
*) Fitting Arch. 39.334 fg., Adickes 5. Das Wort Bedingung (conditio
wird in verschiedenen Bedeutungen genommen: 1. Im weitesten Sinne versteht
man darunter alle vertragsmässigen Festsetzungen eines Rechtsgeschäftes, l. 10
§. 1 D. 14.2, 1. 6 §. 2 D. 18.1, l. 1 D. 18.2, l. 8 §. 7 D. 28.7, 1. 2 §. 7 D.
39.5, §. 894, 995, 103, 105, 983, 1001, 1077, 1103, 1115, 1122, 1153, 1210, 1287,
1370, 1371 a. b. G. B., Windscheid Voraussetzung 41 fg., Sintenis C. R.
§. 20 Note 1, Arndts P. §. 66 Note 3, Windscheid P. §. 86 Note 1, Dernburg -
P. 1 §. 105 Note 3, Helm 206, Nippel 4. 384, Stubenrauch 1. 859,
lnger Pr. R. 2. 56 Note 2, Schiffner 62 fg. — 2. In einem anderen Sinne
heisst Bedingung jeder Umstand, von welchem die Existenz oder Wirksamkeit
eines Rechtsgeschäftes abhängt, so dass insbesondere auch die conditiones juris
dazu gehören, Randbemerkungen zu §. 432, 627, 797, 931, 1104, 1336, dann
§. 18, 29, 438, 775 a. b. G.B., Mühlenbruch in Glück 41.46 fg., Scheurl 70,
Adickes 9 fg., Helm 206, Nippel 4.384, Winiwarter 3. 233, Stubenrauch
1.859, Unger Pr. R. 2.56 Note 2, Schiffner 63 Note 5. — 3. Bedingung imn
Sinne von Selbstbeschränkung des Willens endlich kann in einem weiteren und
engeren Sinne genommen werden (Ennecerus Begr. 1 fg., 85 fg., Schulin 6 fg.).
Im weiteren Sinne sind die uneigentlichen Bedingungen mit inbegriffen, welche
einen Zustand der Ungewissheit nicht hervorrufen (von Adickes 12 fg. wird
diese Bedeutung als die einzig richtige hingestellt). Im engeren Sinne hingegen
versteht man unter Bedingung nur jene, deren Ausfall ungewiss ist. Die Definition ¬
der Bedingung in §. 696 a. b. G. B. „eine Bedingung heisst eine Ereignung, ¬
wovon ein Recht abhängig gemacht wird“ passt auf die Bedingung im
weiteren Sinne (s. über diese Definition Unger Pr. R. 2. 58 Note 4 und Pfaff
u. Hofmann Comm. 2. 544 fg.) und dem entsprechend werden im a. b. G. B. ins¬