Objekt : Grote, Claudia von: ¬Die Bedeutung der soziolinguistischen Kodes für die kommunikativen Fähigkeiten eines Sprechers

Da  die  soziolinguistischen  Kodes  funktional  auf  spezifische
Konfigurationen  von  Elementen  von  Handlungssituationen  hin
entworfen  sind  -  denn  als  solche  fungieren  die  beiden  Typen
von  Sozialbeziehungen  in  Bernsteins  Ansatz  -  sind  Situationseinflüsse -
  in  der  Konstruktion  abstrakt  immer  schon  berücksichtigt, -
  wenn  auch  nicht  in  konkreter,  spezifischer  Gestalt.
Die  theoriestrategische  Bedeutung  der  nur  in  diesem  Sinn
"kontextfreien"  Definition  der  soziolinguistischen  Kodes
besteht  also  zum  einen  darin,  daß  die  Vielfalt  möglicher
Situationen  nach  Gesichtspunkten  struktureller  Ähnlichkeit
oder  Differenz  einzelner  Elemente  zu  Matrices  typischer  Handlungsanforderungen -
  aggregiert  werden.  So  wird  zum  Beispiel  der
RK  in  solchen  Handlungskontexten  beziehungsweise  Sozialbeziehungen -
  generiert,  für  die  "knowledge  at  the  level  of  contextied -
  operations"  (Bernstein,  1971b,  S.  175)  funktional  ist.
Dies  charakterisiert  vor  allem  die  Handlungssituationen  der  US.
Erst  auf  solch  einer  Abstraktionsebene  können  Kriterien  formuliert -
  werden,  nach  denen  nicht  nur  angebbar  wird,  worin
die  Sprechhandlungsweisen  sich  unterscheiden,  sondern  welche
Relevanz  die  Unterschiede  für  den  Sprecher/Hörer  haben.
Zum  anderen  liegt  die  Bedeutung  darin,  daß  es  bereits  zu
den  Konstruktionsprinzipien  der  soziolinguistischen  Kodes
gehört,  daß  Situationen  immer  schon  sozial  interpretiert
sind':  Die  von  den  soziolinguistischen  Kodes  generierte
Symbolverwendung  strukturiert  Situationen  nicht  nur  dadurch,
daß  sie  immer  schon  als  Medium  sozialen  Handelns  Bestand¬Solange -
  man  die  subjektiven  Interpretationen  der  Betei¬1 -

ligten  mit  berücksichtigen  will,  muß  man  allerdings  ein
Zirkularitätsproblem  in  Kauf  nehmen.  Dieses  besteht  darin, -
  daß  "die  adäquate  Beschreibung  der  Interaktionssituation -
  (...)  schon  immer  die  Theorie  der  linguistischen
Kodes  zur  Voraussetzung  (hat),  zu  deren  Überprüfung  sie
andererseits  auch  schon  immer  verlangt  wird"  (Oevermann,
1970,  S.  201).
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer