Inhaltsverzeichnis : Mayer, Johann Tobias: Anfangsgründe der Naturlehre zum Behuf der Vorlesungen über die Experimental-Physik

270  Anfangsgrütne  der  Naturlehre.
solut  wärmeleeren  Medio  anstellen  könnte.  Aber
so  ist  insbesondere  die  Luft,  welche  den  geriebenen
Körper  (mittelbar  oder  unmittelbar)  umgibt,  ein
ungeheures  Wärmemagazin,  aus  der  der  geriebene
Körper  nach  Endigung  eines  jeden  Processes  immer
sehr  bald  wieder  diejenige  Quantität  von  Wärmestoff ¬
  einfaugen  muß,  die  das  Reiben  aus  ihm  entwickelt ¬
  hatte.  Kein  Wunder,  daß  die  Wärmequelle
unversiegbar  scheint,  und  der  Körper  bey  jedem
neuen  Reiben  immer  wieder  Wärme  zeigen  muß.
Ein  geriebener  Körper  verhält  sich  hier  in  Ansehung ¬
  des  so  allgemein  verbreiteten  Wärmeflaidums
wie  ein  Schwamm,  aus  dem  man  Luft  drückt,  und
der  sich  nach  jedem  Drucke  immer  wieder  mit  Luft
füllt.  Kein  Wunder,  wenn  er  mit  jedem  neuen
Drucke  wieder  Luft  ausströmen  läßt.  M.  s.  Mehreres ¬
  hierüber  in  der  (§329.)  angeführten  Vorlesung.
§  363.
Wenn  zwey  oder  mehrere  Materien,  welche ¬
  man  mit  einander  mischt,  durch  ihre  gegenseitigen ¬
  Verwandtschaften  so  auf  einander  wirken, ¬
  daß  sich  hierbey  die  Summe  ihrer  Capacitäten =
  für  den  Wärmestoff  vermehrt,
so  muß  sich  in  dem  Gemische  eine  Verminderung ¬
  der  Temperatur,  also  Kälte,  zeigen.
So  etwas  ereignet  sich  z.  B.  bey  Auflösung
verschiedener  Salze  im  Wasser,  bey  der  Mischung ¬
  des  Schnees  mit  Salmiac,  mit  rauchender ¬
  Salpetersäure,  und  vielen  andern  Mischungen, ¬
  wovon  in  den  Vorlesungen  Versuche =
  angeführt  werden  können.
            
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