Metadaten : Vorlesungen über die Theorie des deutschen gemeinen bürgerlichen Processes (2)

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§.  205—208.
gehender,  indem  man  darunter  namentlich  das  Inventar  eines
shutes  verstand  2).  Für  den  Proceß  dagegen  werden  sowol  mit
den  Worte  instrumentum  als  documentum  und  dem  deutschen
Karte  „Urkunde"  im  weitesten  Sinne  alle  Arten  von  Beweisführungsmitteln ¬
  bezeichnet  3).  Im  engern  Sinne  begreift  man
darunter  alle  leblosen  Gegenstände,  welche  Spuren  menschlicher
Thätigkeit  an  sich  tragen,  und  im  eigentlichen  engsten  Sinne
schriftliche  oder  gedruckte  Aufsätze  4),  Zeugnisse,  wodurch  irgend
ein  Thatumstand  dargethan  werden  soll.  In  dieser  letzten  hier
näher  zu  erörternden  Bedeutung  sind  die  Urkunden  in  formeller
Beziehung  entweder  öffentliche,  d.  h.  solche,  welche  von  einer
öffentlichen  Person  in  dieser  ihrer  Function  über  einen  Gegenstand ¬
  ihrer  amtlichen  Thätigkeit  in  gehöriger  Form  ausgestellt
sind;  oder  diesen  gleichgeachtete  (quasi  publica)s),  solche,  welche
zwar  von  einer  Privatperson  errichtet,  allein  von  drei  männlichen
Zeugen  mit  unterzeichnet  sind;  und  endlich  Privaturkunden,  solche,
welche  nur  von  den  Interessenten  oder  dem  Verfertiger  vollzogen
sind.  Diese  können  aber  sämmtlich  wieder  Originale  oder  Abschriften, ¬
  Copien  6),  jene  die  ursprünglich  als  vollendet  aus§. ¬
  1157.  Heffter,  System,  §.  247.  Spangenberg,  Vom  Urkundenbeweise. ¬
  Schmid,  Handbuch,  II,  266  fg.,  §.  142  fg.  Bayer,  Vorlesungen ¬
  über  Civilproceß  (8.  Aufl.),  §.  250—260,  S.  833  fg.;  §.  289  fg.,
S.  950  fg.
2)  Tit.  D.  de  instruct.  vel  instrum.  legat.  (33,  7).
3)  L.  1  D.  de  fide  instr.  (22,  4).  Instrumentorum  nomine  ea
omnia  accipienda  sunt,  quibus  causa  instrui  potest  et  ideo  tam  testimonia ¬
  quam  personae  instrumentorum  loco  habentur.  L.  29  C.  de  donation. ¬
  (8,  54)  —  si  sine  scripto  adhibitis  aliis  idoneis  documentis
hoc,  quod  geritur,  comprobatur.  Peinliche  Gerichtsordnung,  Art.  187.
Adelung,  Versuch  eines  Wörterbuchs,  IV,  1347.  Vergl.  Glück,  XXII,
§.  1157.  Bayer,  a.  a.  O.,  S.  833.
4)  L.  4,  18,  20  C.  de  probat.  (4,  19).  L.  15,  18  C.  de  fide  instr.
(4,  20).  Vergl.  auch  L.  4  D.  de  fide  instrum.  Archiv  für  civil.  Praxis,
XV,  26  fg.  Ueber  die  verschiedenen  Arten:  Gesterding,  Nachforschungen,
1,  223  fg.;  II,  443  fg.  Schmid,  a.  a.  O.,  S.  267  fg.  Bayer,  a.  a.  O.,
S.  835  fg.
5)  L.  11  i.  f.  C.  qui  potior.  in  pign.  (8,  18).  L.  17  C.  si  cert.
petat.  (4,  2).  L.  20  C.  de  fide  instr.  (4,  21).  Nov.  73,  cap.  1,  2,  8;
Nov.  90,  cap.  2;  Nov.  117,  cap.  2.
6)  Spangenberg,  a.  a.  O.,  II,  11  fg.  v.  Linde,  Abhandlungen,
1,  8  fg.,  30  fg.  Schmid,  a.  a.  O.,  §.  144,  S.  274  fg.
            
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