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nigten, Mittelpuncte beider Augen. Unter allen Bewegungen ¬
der Augen ist ihre Entfernung eine gleichbleibende, in der
Identität und Differenz der Netzhäute gegründete.
Die subjective Erscheinung der Aderfigur, welche früher ¬
beschrieben worden ist, wird uns auch hier eine unantastbare ¬
Gesichtswahrheit. Kennen wir einmal die feurigen
Kreise der Eintrittsstellen, so werden wir die letzteren sogleich ¬
auch in der Adersigur wieder erkennen. Die beiden
seitlichen Stellen der Aderfigur, aus welchen die Stämme
des Adergewebes entspringen, sind in den Eintrittsstellen
der Sehnerven; sie haben in der Aderfigur dieselbe Entfernung ¬
im subjectiven Sehfelde, als jene feurigen Kreise,
in welchen sie leuchtend zur Anschauung kommen. Auch liegen ¬
die Aderfiguren beider Augen im Sehfelde in einander,
nach Maßgabe der identischen Stellen beider Augen, welche
von den Gefäßgeflechten verschieden durchzogen sind.
Bald ist die Aderfigur des einen, bald die des andern
Auges mehr sichtbar; oft verschwindet die eine, ohne daß
die andere unterbrochen wird, ganz so, als ob ein tiefer
liegendes Gewebe im Sehfelde vor unseren Augen weggezogen ¬
würde.
Die Anwendung auf die objectiven Gesichtserscheinungen ¬
ergiebt sich nun von selbst. Haben die Augen eine solche
Stellung gegen das leuchtende Object, welche mit der
Convergenz der Augenachsen im Objecte gegeben ist, daß
gleiche Bilder desselben Objectes auf identische Theile der Netzhäute ¬
fallen, so kann das Object nur einfach gesehen werden; ¬
in jedem andern Falle aber werden Doppelbilder gesehen. ¬
Die Gesetze dieser Erscheinungen gedenken wir später ¬
in einem besondern Buche zu verfolgen,
Man hat gegen die bleibende Identität der beiden
Netzhäute fragend eingewendet, warum das Doppeltsehen
im Schwindel, in der Trunkenheit und in nervösen
Krankheiten entstehe, wo doch die harmonischen Bewe¬