Metadaten : Sechster Band (6)

§.  941.
Achtzehntes  Buch.
254
während  bei  Krähen  das  Rindfleisch  in  den  gewöhnlichen  Röhren
nach  7  Stunden  verdaut  war,  so  war  es  schon  nach  4  Stunden
wenn  die  Löcher  der  Röhren  größer  gemacht  waren,  während  ein
Überzug  mit  Leinwand  die  Verdauung  noch  mehr  verspätete  (ebd.
S.  62).  Spallanzani  stellte  nun  auch  an  sich  selbst  Versuche
an:  in  den  durchlöcherten  hölzernen  Röhrchen,  die  er  verschluckte
war  Kalbfleisch  nach  22,  Knorpel  vom  Ochsen  nach  85,  Flechsen
nach  97.  Stunden  völlig  verdaut,  als  die  Röhren  mit  dem  Stuhle
abgingen  (ebd.  S.  224  —  230).  Eben  so  ließ  Stevens  (Nr.
755.  S.  208  fg.)  einen  Menschen,  der  sich  als  Steinschlucker
sehen  ließ,  silberne  oder  elfenbeinerne,  durchlöcherte  und  aus  zwei
zusammengeschraubten  Hälften  bestehende  Hohlkugeln  verschlucken:
darin  eingeschloßne  Substanzen,  als  Fleisch,  Sehnen,  Käse,  Apfel
Rüben,  Blutegel,  Regenwürmer,  wurden  verdaut,  Getraidekörner,
Erbsen  und  Knochen  nicht.  c)  Mußte  der  Magensaft  durch  ein
dichtes  Gewebe  dringen,  so  ging  die  Verdauung  natürlich  langsamer ¬
  von  Statten;  indeß  wurde  bei  einem  Adler  das  in  sechsfache ¬
  Leinwand  eingeschloßne  Fleisch  verdaut,  und  selbst  das  in
einen  Beutel  von  Tuch  gesteckte  war  nach  36  Stunden  um  mehr
als  ½  leichter  geworden  (Nr.  639.  S.  186  fg.);  in  einem  Beutel ¬
  von  dichter  Leinwand,  welcher  durch  Schwämme  bei  ihrem
Aufquellen  im  Magen  eines  Hundes  zurückgehalten  wurde,  war
nach  4  Tagen  das  Fleisch  verschwunden,  eine  Flechse  um  ¾,  ein
Knochenband  um  ½  leichter  geworden,  und  der  Überrest  davon  so
weich,  daß  er  bei  der  geringsten  Dehnung  zerriß  (ebd.  S.  207)
In  Leinwandbeuteln,  welche  Spallanzani  selbst  verschluckte
waren  52  Gran  gekautes  Brod  nach  23  Stunden,  60  Gran
gekochtes  und  gekautes  Taubenfleisch  nach  18  Stunden  völlig  verdaut; ¬
  nach  30  Stunden  hatten  50  Gran  rohes  Rindfleisch  27,
und  eben  so  viel  rohes  Kalbfleisch  36  Gran  an  Gewicht  verloren
(ebd.  S.  221  fg.).  Helm  (Nr.  757.  S.  20  —  29)  stellt
ähnliche  Versuche  an  sich  und  einem  jungen  Manne  an:  die
Beutel,  in  welchen  gekautes  Weißbrod,  Mehlbrei,  in  Milch  oder
Fleischbrühe  gekochter  Reis  oder  Sago  enthalten  gewesen  war,
waren  bei  ihrem  Abgange  völlig  leer;  von  gekautem  Fleische  waren ¬
  nach  24  Stunden  50,  von  ungekautem  nur  30  Gran  ver¬
            
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