204
der auch noch Hobel, deren Seiten bey ganz ebener Bahn,
nach einem Kreisbogen geformt sind, und welche zum Abstoßen ¬
der obern Ränder eines Fasses u. s. w. anwendbar sind,
auch im Kreise, und nicht nach geraden Linien geführt werden
müssen.
An diese Arten schließen sich unmittelbar jene an
die bloß zur Verzierung des Holzes, zur Bildung von
Leistenwerk u. dgl. dienen, und wovon die letzteren unter ¬
dem Nahmen des Kehlzeuges in den Tischlerwerkstätten ¬
vorräthig sind. Es dient dasselbe dazu, um auf Längenholz ¬
(Leisten) verschiedenartige Verzierungen, wie Hohlkehlen, ¬
Rundstäbe, Karnieße u. s. w. hervorzubringen. Weder ¬
die Bahn noch das Eisen kann bey solchen Hobeln gerade
seyn. Zu den Rundstäben ist die Bahn concav, und das Eisen
an der Schneide halbmondförmig; zu den Hohlkehlen besitzen
beyde die entgegengesetzte Form. Überhaupt hat die Bahn jederzeit ¬
die der künftigen Leiste entsprechende Gestalt, aber entgegengesetzt; ¬
was nähmlich auf dieser vertieft werden soll, ist
auf jener hoch, und umgekehrt. Nach der Bahn richtet sich
auch die, oft sehr zusammengesetzte Form der Eisen, welche,
da ihnen die Schärfe an der Schneide durch Feilen gegeben werden ¬
muß, nur federhart seyn können. Um sehr zusammengesetztes ¬
Leistenwerk z. B. an einem Bilder=Rahmen zu erhalten,
wendet man auch mehrere solcher Hobel in Verbindung an.
Für die aus vielen Gliedern bestehenden Verzierungen hat
man zwar, wenn sie nicht zu groß sind, nur einen Hobel,
allein es muß die Leiste dann früher mit gemeinen Hobeln der
künftigen Form so nahe als möglich gebracht werden, weil
der eigentliche Kehlhobel, dessen Eisen nach dem Obigen nie
sehr hart seyn kann, bloß zur Vollendung dient, und die
Schneide des Eisens so viel möglich geschont werden muß. Aus
derselben Ursache wird auch immer geradfaseriges Holz zu diesen ¬
Arbeiten ausgesucht.
ständigen Cylinder. Hieraus läßt sich auch leicht die Art erkennen, ¬
wie der convexe Theil eines Bogens behandelt werden müsse.