252 | 28. Buchg 1. Tit. §. 1 12.
beschuldiget, auf die neue Form, wodurch die frühere, bey
welcher der familiae emtor die Stelle des Erben vertrat,
ausser Gebrauch kam. So erklärt auch selbst Theophilus -
das partim, zum deutlichen Beweise, daß er das
upov in keiner andern Bedeutung genommen habe.
Er sagt nämlich nach der Uebersetzung von Reitz:
Quoniam enim familiae emtor idem erat ac heres,
et inde porro sciens se fore successorem, insidiabatur ¬
domino patrimonii: ideo secundum antiquam -
quidem formam adhibebatur familiae emtor,
qui marituri patrimonium imaginarie emebat;
sed testator seorsum in tabulis vel in chartis scribebat; -
quem sibi vellet heredem esse. Arn. Vinnius ¬
93) erklärt zwar das partim anders. Er meint
O
nämli
h, Justinian habe damit anzeigen wollen, daß
bey dem Testament per aes et libram die Feyerlichkeit
der Mancipation in der Folge allmählig ausser Gebrauch
* .... . ....
gekommen, und blos der Theil des Testaments, welchen
man die nuncupatio testamenti nannte, jedoch mit der
zum Mancipationstestamente erforderlichen Anzahl von
Personen, beybehalten worden sey. Allein so gewiß es
ist, daß die Mancipationsform nach und nach verschwand,
so wenig ist jedoch zu läugnen, daß sie sich doch noch
... Zeit -
selbst unter den christlichen Kaisern neben der
lange
prätorischen Testamentsform erhalten habe, so daß man
zwischen beyden die Wahl hatte, entweder vor fünf Zeugen ¬
mit Mancipation, oder nach dem prätorischen Recht
ohne Mancipation mit sieben Zeugen und Siegeln zu
testiren. Denn noch in einer Novelle des Kaisers ValentinianIII. ¬
vom J. 445. heißt es: cum liceat cunctis
iure civili atque praetorio — iudicia suprema com95) ¬
Commentar. ad §. 1. J. de testam. ord. nr. 4. circ. fin.