Beschädigung. §. 455.
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C. Beschädigung.
1. Das Aquilische Gesetz und seine Erweiterungen"
§. 455.
1. Das Aquilische Gesetz' und seine Erweiterungen beziehen
sich auf Schadenszufügung an körperlichen Sachen. Das Aquilische ¬
Gesetz selbst nannte nur bestimmte Fälle der Verletzung der
Integrität einer körperlichen Sache durch unmittelbare Einwirkung ¬
auf dieselbe?; seine Bestimmungen sind aber ausgedehnt
§. 5 D. h. t.; 1. 20 D. h. t. in Verbindung mit §. 453 Note 5); umgekehrt
wird sie in Einer Stelle gegen die Erben auf die Bereicherung beschränkt
(l. 3 C. h. t., im Widerspruch mit l. 6 §. 4 D. h. t., Vereinigungsversuche
Es
bei Glück XXVIII S. 16 fg., vgl. Francke Veiträge S. 38. 39).
wird kaum etwas Anderes übrig bleiben, als anzunehmen, daß die actio
rerum amotarum ihre Entstehung einer Zeit verdanke, in welcher die condictio ¬
als Mittel, Schadensersatz aus der Entwendung zu erlangen, noch nicht
anerkannt worden war. Darüber, daß die condictio furtiva auch in anderen
Fällen der Entwendung zwischen Ehegatten, als dem im Text bezeichneten,
und auch während bestehender Ehe, zulässig ist, s. 1. 6 §. 5 l. 25 D. h. t.
Vgl. auch Sintenis III §. 132 Anm. 1. [Brinz S. 1303.
* Inst. 4. 3 de lege Aquilia. Dig. 9. 2 ad legem Aquiliam. Cod. §. 455.
3. 35. de lege Aquilia. — A. Pernice zur Lehre von den Sachbeschädigungen
nach römischem Recht (1867). [Darüber Exner krit. VISchr. XI S. 312 fg.]
v. Löhr Theorie der Culpa S. 81 fg. Hasse die Culpa des römischen
Rechtes S. 17—72. Glück X S. 306 fg.; Unterholzner II S. 690—703,
Sintenis II S. 760—764, Vangerow III §. 681 Anm. 1—3.
1 Lex Aquilia. Ein Plebiscit eines Tribunen Aquilius, 1. 1 §. 1 D. h. t.
Das Gesetz ist älter als das 7. Jahrh. der Stadt; im Uebrigen ist die Zeit
desselben ungewiß. Rudorff röm. Rechtsgeschichte 1 §. 41 Note 3, Pernice
S. 15 fg.
2 Die lex Aquilia bestimmte in ihrem caput primum (l. 2 pr D. h. t.,
pr. I. h. t.) über Tödtung eines Sclaven und eines pecus. Ueber den letzteren ¬
Begriff s. l. 2 §. 2 D. h. t.: — „servis . . exaequat quadrupedes,
; ferner §. I. h. t.,
quae pecudum numero sunt et gregatim habentu
1. 65 §. 4 D. de leg. III° 32, Paul. R. S. III. 6 §. 73, nach welchen Stellen
zu den pecudes im Einzelnen gezählt werden: Schaafe, Ziegen, Rinder, PferdeEsel, ¬
Maulesel, Schweine, auch Kameele und Elephanten, nicht aber Hunde.
In ihrem caput tertium (l. 27 §. 5 D. h. t., §. 13 I. h. t.) bestimmte die
lex Aquilia über jede andere Beschädigung (einschließlich der Vernichtung)
einer körperlichen Sache durch urere, frangere, rumpere. — Der Inhalt des