Von der Erbfolge ¬
des Fiscui
oder der
Collegien und
Eheleute.
Von Succession
geistlicher
Personen.
Dritter Teil. — Zwölftes Kapitel.
202
„Jedoch ec.“ von dem Concurse ein- und zweibändiger Geschwister oder
Geschwister=Kinder besonders verordnet ist. 5. Pflegt man bei einbändigen
Geschwistern nicht darauf zu sehen, woher der verstorbene Halb-Bruder sein hinterlassenes ¬
Vermögen bekommen habe, ausgenommen in Feudis et Fideicommissis.
6. Gehet Jus Repraesentationis in Linea collaterali niemals weiter, als auf
Geschwister=Kinder. Bei den übrigen Seiten=Verwandten trifft 7. die SuccessionsOrdnung ¬
allzeit den näheren mit Ausschluß des weiter Gesippten, und ist
8. die Erbfolge auf keine gewissen Grade hierin eingeschränkt, 9. Arrogati
oder ab Ascendente Adoptati, wie auch per subsequens Matrimonium
Legitimati gehen anderen natürlichen rechtmäßigen Erben diesfalls gleich.
Wohingegen 10. Illegitimi oder per Rescriptum Legitimati nur in Subsidium ¬
und bei ermangelnden anderen rechtmäßigen Befreundten suecediren.
§ 5. Hinterläßt der Verstorbene weder in ab= noch aufsteigender oder
Collateral=Linie einen Bluts=Verwandten, so fällt 1. die Verlassenschaft als
ein vacirendes Gut auf den Fiscus, jedoch dergestalt, daß er statt des Erben
ist, mithin um alle daher rührenden Forderungen, Legate und Anderes nach den
Kräften des an sich gebrachten Vermögens haften muß. 2. Was das römische
Recht de Successione Collegiorum in Bonis Militum, Decurionum &c. verordnet, -
ist in hiesigen Landen nicht gebräuchlich, und läßt sich destowenige
auf Spitäler, Bruderschaften, Gemeinden und dergleichen Corpora ohne
besonders erweisliches Herkommen und Privilegium appliciren; endlich siehe
auch 3. von Succession der Eheleute oben Part. 1. cap. 6. § 35 2c.
§ 6. Clerici oder Welt=Geistliche succediren 1. Anderen ab Intestato
auf die nämliche Art, wie weltliche Personen, und wird ihnen 2. hinwiederum
auch ebenso von Anderen succedirt, ausgenommen was 3. nicht ihre eigenen
Patrimonial- oder ersparten Güter, sondern Bona Prospectu Ecclesiae acquisit.
belangt, als worin sich die Succession lediglich nach den geistlichen Rechten,
Concordaten und der Observanz regulirt. Bettel=Ordens=Professi sind 4. obverstandermaßen ¬
aller Erbfolge, sowohl ex Testamento, als ab Intestato, ganz
und gar unfähig. Andere Mönche und Religiosen hingegen, welche 5. nicht
vom Bettel=Orden sind, succediren zwar Anderen sowohl vor als nach abgelegter
soweit keine Renunciation oder anderes
Profession wie weltliche Personen,
rechtliches Hinderniß im Wege steht. Doch werden sie 6. nach der Profession
bei den annoch in ihren Lebzeiten sich ergebenden Erb-Fällen von dem Kloster
vertreten, anerwogen demselben 7. ohnehin alles, was sie haben, erlangen,
oder hinterlassen, von Rechtswegen zugehört.
§ 4. 5. Vgl. § 3 Nr. 5: Roth III, 352 Nt. 59. — 6. S. § 3 Nr. 9 a. E.; Roth III
352 Nt. 67. — 7—8. Krüll II, 416. — 9. Roth III, 350 Nt. 51; Samml. 8 (225);
Bl. 45 (119). — 10. Roth III, 352 Nt. 58; Duprel VI, 346; Bl. 36 (75), 57 (354).
Krüll II, 417; Roth I, 36 Nt. 58; 62 Nt. 106;
§ 5.
1. Landrecht Tit. 39 Art. 7
2. Roth III, 358, 359. — Ueber den Anspruch
III, 359; vgl. Note zu II, 1,
der Armenpflegen auf Ersatz der
geleisteten
Unterstützungen s. Art. 7 des Ges.
(Ges.=Bl. S. 1129) mit Art. 3 des Ges.
über das Armenwesen v. 29. April 1869
v. 3. Febr. 1888 (Ges.=Bl. S. 81); Rotl
358 Nt. 10; Bl. 29 (202, 348).
Ueber Testirunfähigkeit u. Beerbung der Spitalpfründner in München s. Art. 485 des
Münchener Stadtrechtes; Ann. III, 12, 5
Auer § 19; Tinsch S. 67; Roth III,
358 Nt. 2; Gengler § 6 Nt. 38. — 3. Roth III, 355 Nt. 5, 6 f., 29. — „Succession
nicht »successio ab intestatoe s. Haas S. 55.
Im Uebrigen siehe die Note zu I, 6, 35.
§ 6.
1. u. 2. Vgl. § 2 Nr. 5 dann § 64 der Beil. II z. Verf.=Urkunde. — Ueber Abschaffung
der sog. pertio canonica s. Roth III, 358; Duprel IV, 318; VIII, 120; Bl. 6 (154)
28 (124). — 3. Vgl. § 68 der Beilage II zur Verf.=Urkunde. — 4. Vgl. § 1 Nr. 3
I, 6, § 18 Nr. 8; 48 Nr. 2 viertens; II, 9, 9 Nr. 2; III, 1, 3 Nr. 4.- 5. u. 7. Ueber
klösterliche Erbverzichte s. III, 11, 6 Nr. 11.
Das Kloster tritt in die Vermögensrechte ¬
seiner Angehörigen ein: Ann. II, 2, 3; III, 1, 2 (14); Ann. III, 3, 10 (12);
Ann. III, 3, 12 (5); Ann. III, 3, 14 (1). —
Voraussetzung ist die Ablegung der
feierlichen Ordensgelübde: Samml. 11 (214). —
Ueber Erbfähigkeit ausgetretener
Ordensgeistlicher s. Verordnung v. 17. Nov. 1803 (Reg.=Bl. S. 997; Moritz 318
425; Vierling 2. Aufl. S. 15); Samml. 8 (619); Bl. 46 (113).