Inhaltsverzeichnis : Gemeinnüzige juristische Beobachtungen und Rechtsfälle (Bd. 5 (1782))

gefundnen  Schaz  dem  Gutsherrn  rc.  167
trauen,  umständlich.  Jzt  breitete  sich  das
Gerücht  von  dem  im  Schloßhof  gefundenen
Schaz  allmälig  unter  den  übrigen  Dorfbewonern -
  aus,  und  Nachbar  Martin  theilte  so  gar
in  einem  freundschaftlichen  Gespraͤch  seinen  Bekannten -
  die  von  ihm  gemachte  fuͤrchterliche  Beobachtung -
  mit,  daß  er  einen  schwarzen  Pudel
mit  langsamen  Schritten  auf  dem  Schloshof
herumspazirend,  und  dann  plözlich  —  verschwindend -
  gesehen.
100.
Es  ist  leicht  zu  erachten,  daß  auch  dieses
Gerücht  nicht  lange  zauderte,  zu  den  Ohren
des  gnädigen  Herrn  vorzudringen.  Dieser,  sobald -
  er  von  der  Sache  Nachricht  bekam,  laͤst
die  Schazfinder  gleich  in  Arrest  sezen,  und
eine  strenge  Untersuchung  gegen  sie  verhaͤngen.
Das  freiwillige  und  umständliche  Geständnis
derselben,  dann  die  Aussage  des  Juden,  der
über  die  Geldverwechslung  gleichfalls  vernommen -
  wurde,  und  die  eingelieferten  Goldstüke,
die  der  Jud  zur  Gerichtsstelle  gebracht  hatte,
erhoben  gleich  die  ganze  sonderbare  Geschichte
in  den  Grad  von  Zuverläsigkeit,  der  in  den
Gerichtshoͤfen  fuͤr  Wahrheit  angenommen  wird.
Alles  war  nun  zur  richterlichen  Erkenntnis  vorbereitet, -
  bis  ein  unterdessen  eingelangtes  Fuͤrstliches -
  Reskript  unvermuthet  der  Sache  eine
ganz  andere  Wendung  gab.
5.  111.
4
Max-Planck-Institut  für
europäische  Rechtsgeschichte
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer