Volltext : ¬Das Pfandrecht nach den Grundsätzen des heutigen römischen Rechts (2)

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sessione  habeat,  qui  precario  rogaverit,  quam  qui  omnino
non  possidet.
Weiter  geht  Julian  auf  das  Verhältniß  ein  libro  44  Digestorun
(1.  33  §  6  D.  de  usurp.  41,  3).  Er  erörtert  zunächst:  ob  der  Schuldner, ¬
  welcher  dem  Gläubiger  eine  bona  fide  besessene  Sache  zum
Faustpfand  gab,  dann  zu  ersitzen  aufhöre,  wenn  ein  Sklave  des
Gläubigers  die  Sache  entwende.  Er  verneint  dies,  weil  der  Creditor
trotz  der  Entwendung  nicht  aufhört  zu  besitzen,  vielmehr  den  Besitz  durch
seinen  Sklaven  fortsetzt.  Daran  reiht  sich  die  Untersuchung:  ob  dann
die  Ersitzung  unterbrochen  werde,  wenn  der  Sklave  des  Schuldners  dem
Gläubiger  das  Faustpfand  aus  dessen  Besitz  entwendet.  Der  Besitz  des
Gläubigers  erlischt  hier,  und  der  Schuldner  beginnt  durch  den  ohne
seine  Autorisation  vorgenommenen  Diebstahl  nicht  neuen  Besitz  17).  Dennoch ¬
  setzt  derselbe  die  Ersitzung  fort,  weil  der  Sklave  die  Lage  seines
Herrn  in  Bezug  auf  die  Ersitzung  nicht  verschlechtern  kann  —  ein  offenbares ¬
  Beispiel  einer  Ersitzung  ohne  Besitz
Hieran  schließt  sich  die
Erörterung  folgender  Fälle:
Facilius  obtinebitur,  si  precario  possidente  debitore  servus ¬
  ejus  surripucrit.  Nam  conductio  idem  praestat,  quod
si  apud  creditorem  res  esset,  possidet  enim  hoc  casu  creditor. ¬
  Sed  etsi  utrumque  intercesserit  et  precario  rogatio ¬
  et  conductio,  intelligitur  creditor  possidere  et  precarii ¬
  rogatio  non  in  hoc  interponitur,  ut  debitor  possessionem ¬
  habeat,  sed  ut  ei  tenere  rem  liceat.
Der  Jurist  unterscheidet  deutlich  die  drei  Fälle,  die  auch  wir  oben
getrennt  hielten.
Einmal  der  Schuldner  hatte  precario  den  juristischen  Besitz ¬
  vom  Creditor  erlangt;  hier  ist  es  klar,  daß  sich  an  seinem  Ersitzungsverhältniß ¬
  gar  nichts  ändert,  wenn  ihm  die  Pfandsache  durch
seinen  Sklaven  entwendet  wird;  er  bleibt  vor  wie  nach  im  Besitz.
17)  l.  1  §  5  D.  de  adq.  poss.  41,  2.  l.  24  D.  eod.  quod  vero  ex  maleficiis ¬
  adprehenditur,  id  ad  domini  possessionem  ideo  non  pertinet,  quia  nec
peculii  causam  adprehendit.
18)  l.  33  §  6  cit.  Si  rem  pignori  datam  creditoris  servus  surripuerit,  cum
eam  creditor  possideret:  non  interpellabitur  usucapio  debitoris:  quia  seryus
dommnum  suum  possessione  non  subvertit.  Sed  et  si  debitoris  servus  surripuerit.
quamvis  creditor  possidere  dosinat,  tamen  debitori  usncapio  durat,  non  secus
ac  si  eam  creditor  debitori  tradidisset;  nam  quantum  ad  usucapiones  attinet.
servi  subtrahendo  res,  non  faciunt  deteriorem  dominorum  conditionem.
            
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