Die Kalkerde.
so wie sie letztere verloren, die Kalkerde aber fallen ließen, die sich nun schichtweise ¬
übereinander legte, oder andere Körper überzog. Der Kalksinter, der auch
Tropfstein heißt, findet sich in verschiedenen wunderbaren Formen, besonders in
manchen Höhlen, z. B. der Baumanns- und Bielshöhle am Harz, in der
Höhle von Antiparos u. s. w.
Kalktupf heißt jenes Kalkkonglomerat, das sich im Wasser absetzte, ohne
daß dieses durchtröpfelte. Man findet denselben in Karlsbad, in Schlesien, am
Harz und fast an allen Orten, wo es viele Kalkgebirge giebt. Zuweilen kommter
in Gestalt kleiner aneinander gebackener Kugeln vor, die inwendig hohl und gemeiniglich ¬
mit einem Sandkorne versehen sind. Sie heißen Erbsen oder Rokkensteine. ¬
Der Gyps.
§. 18.
Unter denen Verbindungen, welche der Kalk mit den verschiedenen Säuren
macht, kommt hier nur diejenige mit der Schwefelsäure in Betracht, die wir im
gemeinen Leben Gyps, in der wissenschaftlichen Sprache schwefelsauren Kalk
nennen. Dieser ist ein völlig geschmackloser und im Wasser schwer auflöslicher
Körper, der, wenn er von brennbaren Substanzen und metallischen Oryden rein
ist, immer eine weiße Farbe besitzt. Ein Theil desselben erfordert zu seiner Auflösung ¬
nach Buchholz 461½ Theile Wasser; doch sind die Angaben darüber
verschieden. Nach Buchholz löst sich fast gleich viel in heißem und kaltem Wasser
auf, nach andern in jenem mehr. Wegen dieser schweren Auflöslichkeit kann
man den Gyps durch die Kunst nicht in Krystallen darstellen. Wir erhalten ihn
durch die Auflösung nur in kleinen krystallinischen Körnern. Man kann eben der
Ursache wegen auch die Kalkerde vermittelst der Schwefelsäure nicht in einem
flüssigen Zustande bringen, und er bleibt folglich im Filtrum immer zurück. Gießt
man mit Wasser verdünnte Schwefelsäure auf Kalk, so geht zwar eine Verbindung ¬
beider vor sich, aber der daraus entstandene Gyps bleibt als eine weiße pulvrigte ¬
Masse unaufgelöst zurück, und nur ein sehr kleiner Theil derselben wird von
der Flüssigkeit aufgenommen.