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den Bedingungen der Landschulen eher entgegenkommen,
da sie nicht an Parallelklassen gebunden ist, wenn auch die
größeren Stadtschulen sicherlich günstigere Voraussetzungen
für Spezialisierungen bieten. Die Nichtberücksichtigung der
Besiedelungsstruktur bei Schulreformen hätte einen Widerspruch -
zu dem in der Sowjetunion - ähnlich wie in der DDR
ausdrücklich proklamierten gesellschaftspolitischen Ziele
bedeutet, die Gegensätze zwischen städtischen und ländlichen
Regionen zu beseitigen.
Vergleicht man die Wirkung der regionalen Bevölkerungsverteilung -
in Schweden mit der in der Sowjetunion, dann fällt
zunächst auf, daß die Bevölkerungsverteilung in beiden Ländern -
Differenzierungsmaßnahmen größeren Ausmaßes verhindert -
oder doch zumindest verzögert hat. Umgekehrt
unterstützt die ungleiche Besiedlungsdichte Reformen, die
auf eine Vereinheitlichung des Bildungssystems zielen.
Da in beiden Ländern eine in sich differenzierte Einheitsschule -
das von den Reformträgern angestrebte Ziel war,
ergab sich in Schweden im ersten Zuge - Vereinheitlichung
eine Begünstigung der Reform, deren volle Verwirklichung
- Differenzierung - jedoch durch denselben Faktor in der
Folge beeinträchtigt wurde. In der Sowjetunion, wo die
Einheitsschule der Ausgangspunkt war, wurde nur die
differenzierungs- und damit reformhemmende Wirkung
aktuell. Die Bedeutung des Faktors in beiden Ländern
ist eine andere als in Frankreich, wo sich die Reform
sozusagen passiv der Besiedelungsstruktur anpaßte, mit
der Folge, daß eine fortgesetzte Benachteiligung der Landregionen -
praktisch in die Reformplanung einging.