Th. 2. V. 3. Rechte an Sachen.
510
dem Kirchenvermögen noch nicht wieder incorporirt worden ¬
ist f). Diese Regeln gelten auch von der Verleihung =
der Kirchen und Altäre, unter welchen aber nichts
als die Vogtei oder das Patronatrecht zu verstehen ist g),
und in Deutschland auch von den Kirchenzehnten, da die
strengeren Grundsätze des canonischen Rechts über ihre
Rückgabe an die Kirche in Deutschland niemals recipirt
worden sind h). Durch Verleihung der Kirchensachen
entstehen Kirchenlehen (f. ecclesiastica, krumstäbische L.)
im objectiven Sinn i). II. Bei Staatsgütern und
f) Cap. 2. X. de feudis (III, 20.). II. F. 35. in fin. Weber
Handb. des Lehenr. Th. 2. S. 78 u. f. C. A. Braun de re
infeudari solita. Erlang. 1756. 4. Schnaubert Commentar. =
§. 57. S. 118. G. L. Böhmer Rechtsf. B. 2. Nr. 60.
Die zweite Ausnahme, bei feudis oblatis, die hier angegeben
zu werden pflegt, ist keine würkliche Ausnahme. Schnaubert
S. 119.
Das I. F. 6. erwähnte Verbot geht auf die Rechte an Kirchen
u. ihren Gütern, welche sich die Stifter derselben in den abendländischen =
Staaten eine Zeitlang anmaaßten, u. eine Verleihung
in diesem Sinn. Vergl. Planck Gesch. der christl. kirchl. Gesellschaftsverfass. =
B. 4. Th. 2. S. 593 u. f. de Roye ad tit. de
jure patronatus, ad Cap. 5. §. 1. p. 155. Buri g. a. O.
S. 508 u. f. Weber Handb. des Lehenr. Th. 2. S. 126 u. f.
E. M. Chladenius de altaragio ejusque infeudatione,
bei Jenichen thes. j. f. Tom. i. p. 990. — Etwas anderes -
ist das Glockenlehen; G. L. Boehmer de feudo campanario -
(Obs. jur. feud. Obs. 7.).
Rechtsgesch. §. 325. v. Buri a. a. O. S. 567 - 575.
h)
Schnaubert a. a. O. S. 260. — Ueber die Mensalgüter sebendas. =
S. 119.
*) Vergl. Schnaubert g. g. O. S. 123.
5)