29. Buch. 1. Tit. §. 1477.
derselben nicht angefochten werden98), vorausgesetzt, daß
er ihr Daseyn kannte oder erwarten durfte: §. 6. J. de
exhered. liberor. „Sed si in expeditione occupatus
miles testamentum faciat, et liberos suos jam natos, ¬
vel postumos, nominatim non exheredaverit,
sed silentio praeterierit, non ignorans an habeat
liberos, silentium ejus pro exheredatione nominatim ¬
facta valere, constitutionibus principum cautum
t6. 991
) War er in der irrthümlichen Meinung befanes ¬
gen, daß sein Kind nicht mehr am Leben sey, oder starb
98) L. 27. §. 2. D. de inoff. test. („De inofficioso testamento ¬
militis dicere nec miles potest“). L. 9.
L. ult. C. eod. (Ill. 28.) L.1. §.4. D. si a parente
quis manumissus sit. (XXXVII. 12.). Vergl. unten
Note 26.
99)
Daher die Redensarten: filium silentio exheredare
(L. 12. pr. D. de bonis libertar. XXXVIII. 2.),
oder tacite exheredare (L. 9. C. h. t.). Doch schloß
eine stillschweigende Enterbung die Kinder nicht von der
Erbschaft der großväterlichen Freigelassenen aus (L. 47.
sondern dazu bedurfte es
§. 4. D. de bon. libertar.),
stets einer ausdrücklichen Enterbung (L. 10. §. 1. eod.).Daß -
übrigens dies Präteritions- oder freie AusschließungsRecht ¬
für Soldaten auch nach der Nov. 115. noch besteht, ¬
ist bereits an einem anderen Orte des Commentars
ausgeführt. S. Bd. 35. S. 217. a. E. fg. Anders verhält ¬
es sich freilich mit dem Präteritionsrecht, welches die
L. ult. C. de inoff. test. auch den Inhabern eines
quasi castrense peculium zugestand; s. ebendas. S.
216—219. — Vergl. Roßhirt a. a. O. S. 487. fg. —
Ganz ohne Grund behaupten einige ältere Juristen, daß
die im militärischen Testamente präterirten Kinder wenigstens
den Pflichttheil in Anspruch nehmen dürften. S. dagegen
VINNIUs ad §. 6. J. de exher. liber. Nr. 1.