Volltext : Ausführliche Erläuterung der Pandecten nach Hellfeld (Theil 34, Abt. 2)

Qui  testam.  facerepossunt,  et  quemadmod.  etc.  479
Dieß  hat  nun  auch  wohl  in  dem  Falle  keinen  Zweifel, ¬
  wenn  in  beyden  Exemplaren  des  Testaments  die
nämlichen  Erben  sind  eingesetzt  worden.  Wie  aber  wenn
es  verschiedene  Erben  sind?  Sind  die  beyden  codices
zu  gleicher  Zeit  und  mit  gleicher  Förmlichkeit  gemacht,
so  gelten  auch  diese  für  Ein  Testament,  und  es  kann
aus  dem  einem,  wie  aus  dem  andern  die  bonorum  possessio ¬
  gesucht  werden.  So  entscheidet  Ulpian,  wenn
er  L.  1.  §.  6.  D.  de  bonorum  possess,  secund.  ta* ¬
  *.  .  .  .
bulas  sagt:
Sed  et  si  in  duobus  codicibus  simul  signatis
alios  atque  alios  heredes  scripserit,  et  utrumque
extet:  ex  utroque  quasi  ex  uno  competit  bonorum
possessio,  quia  pro  unis  tabulis  habendum  est,
et  supremum  utrumque  accipiemus.
...  .
Von  dem  exemplar  testamenti  unterscheiden  die
Gesetze  exemplum,  und  verstehen  darunter  eine  vom  Originaltestamente =
  genommene  Copie,  welche  aber  nicht  dieselbe ¬
  Gültigkeit  und  Wirkung,  wie  das  Original,  hat,  wie
aus  folgender  Stelle  Ulpians  erhellet.  L.  cit.  1.  §.7.
Hier  sagt  er:
Sed  si  unum  fecerit  testator  quasi  testamentum,
aliud  quasi  exemplum:  si  quidem  id  extat,  quod
voluit  esse  testamentum,  bonorum  possessio  petetur: ¬
  si  vero  id,  quod  exemplum  erat,  bonorum
possessio  peti  non  poterit,  ut  POMPONIUS  scripsit.
Beydes  scheint  jedoch  Florentinus  verwechselt,  oder
das  Wort  exemplum  in  den  Worten  pluribus  exemplis
im  uneigentlichen  Sinne  genommen  zu  haben?
).
72)  L.  4.  §.  3.  D.  famil.  ercisc.  L.  2.  D.  de  fide  instrum.
            
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