Volltext : Cäsar, Ferdinand: ¬Der preussische Civil-Prozeß oder praktische Anleitung für preußische Juristen zu Verhandlungen im summarischen-, Bagatell- und Mandats-Prozesse sowie zur Anstellung von Klagen, zu Anträgen im Laufe des Prozesses und nach Beendigung desselben

412  III.  Abhandlung.  Fünftes  Kapitel.
Alle  diese  Umstände  haben  sogleich  beim  ersten  Anblik ¬
  viel  Scheinbares,  für  diejenigen  an  sich,  die  da
glauben,  daß  die  Embryonen  in  dem  Staube  der  Antheren ¬
  präexistiren,  und  daß  sie  von  da  aus  erst  in  die
Körner  übergiengen,  so,  daß  also  die  Körner,  vor  der
Befruchtung,  ohne  Embryonen  wären.  Wir  haben
den  Antherenstaub  sehr  genau  durch's  Mikroskop  untersucht, =
  und  haben  die  Embryonen,  oder  diesen  ähnliche
Körper  darinne  entdekken  wollen,  aber  alle  unsre  Bemühungen ¬
  sind  vergeblich  gewesen,  §.  XV.  ja  ich  bin
der  Natur  auf  einem  andern  Wege  nachgegangen,  indem ¬
  ich  den  befruchtenden  Blumenstaub  von  den  Cierstökken =
  entfernte;  dieses  Mittel  schien  mir  im  Stande
zu  sein,  das  Geheimniß  zu  verrathen:  ich  habe
mit  Pflanzen,  welche  vermischte  Geschlechter  haben
(hermaphrodites),  Versuche  gemacht,  mit  denen,  welche
für  sich  auf  ein  und  eben  derselben  Pflanze  männliche  und
weibliche  Blumen  zugleich  tragen,  und  auch  diese  habe
ich  untersucht,  welche  besondre  männliche  und  besondre
weibliche  Blumen  bringen.  Den  erstern  habe  ich  die
Antheren  abgeschnitten,  ehe  der  Staub  noch  reif  war,
bei  den  andern  that  ich  dieses,  als  die  Blumen  noch
ein  ganz  grünes  Ansehn  hatten;  und  bei  den  dritten
sezte  ich  die  weiblichen  Pflanzen  ganz  an  abgesonderte
Orte.  In  den  Hermaphroditenpflanzen  konte  die  Entziehung =
  des  Antherenstaubes  nicht  hindern,  daß  der
Embryon  nicht  in  den  Körnern  hätte  erscheinen  sollen,  ob
gleich  diese  Körner  in  der  Erde  nicht  aufgiengen.  Eben
diese  Beraubung  des  Blumenstaubes,  bei  einigen  Pflanzen, =
  die  männliche  und  weibliche  Blumen  auf  ein  und  eben
derselbigen  Pflanze,  zugleich  tragen,  hat  die  Embryonen =

            
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