Objekt : Sluymer, Johann Friedrich: Lehrplan für Volks-Schulen mit vorzüglicher Berücksichtigung der Provinz Preußen

Aus  der  Vorrede  zur  ersten  Auflage.
Als  am  Anfange  unseres  Jahrhunderts  das  deutsche  Volksschulwesen -
  aus  seinem  Embryonen=Zustande  zum  wirklichen  Leben
erwachte,  war's  die  Methode,  mit  deren  Hülfe  man,  wie  durch
einen  Zauberstab,  das  zarte  Wesen,  „Volksbildung"  genannt,
schnell  zur  Jünglingskraft  und  Mannestüchtigkeit  zu  erziehen,  durch
deren  geschickte  Handhabung,  wie  durch  die  einer  Wünschelruthe,
may  nicht  nur  alle  Wissenschaften  und  Künste  schnell  aus  den
Köpfen  der  Landjugend  hervor=,  sondern  auch  jeden  Edelsinn,  jede
Tugend  in  dieselben  hinein  zu  zaubern  hoffte.  Die  Lehrer  durften -
  nur  in  ihren  Gebrauch  eingeweiht  und  mit  Vertrauen  darauf
erfüllt  werden.  Der  Erfolg  entsprach  nicht  den  übergroßen  Erwartungen, -
  und  dieses  brach  das  Herz  manches  wackern  Pädagogen, -
  vor  Allen  das  des  edeln  Pestalozzi.  —  Das  junge
Leben  war  indess  doch  so  weit  erstarkt,  dass  es  nicht  mehr  zu
dämpfen:  auch  war  das  Wetter,  welches  der  große  Gott  von
Oben  gab,  ein  gar  fruchtbares.  Man  forderte  nun  von  den
Lehrern  christlichen  Sinn  und  wissenschaftliche  Bildung, -
  mochte  aber  wol  hin  und  wieder  es  mit  ersterem  weniger -
  als  mit  letzterer  sich  einen  Ernst  sein  lassen.  So  fand  man
denn,  dass  viel  Wissen  nur  blähe,  den  Dünkel  nähre,  und,  dem
Volke  ohne  Sichtung  geboten,  nur  eine  ungesunde  Kost  sei.  Nun
meinte  man  hin  und  wieder  selbst  den  Lehrern,  über  deren  Werthhaltung -
  der  Methode  man  lang  genug  gespöttelt,  auch  die  wissenschund -

Max  planck  nstitute  for  Hiuma
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer