§. 245. Begriff des Testaments und Fähigkeit zu dessen Errichtung.
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berufenen fällt, welche durch den Weggefallenen von der Theilnahme an der ersten Berufung ¬
ausgeschlossen wurden.
Ueber die Gründe für den Vorzug des Anwachsungsrechts vergl. Vangerow,
Bd. 2, S. 75 ff. Landrecht, Thl. 4, Tit. 19, §. 1. Tit. 20, §. 5—7. Weishaar,
Handb. Bd. 2, §. 668.
III. Von der testamentarischen Erbfolge. A. 1.
§. 245. Begriff des Testaments und Fähigkeit zu dessen
Errichtung.
Testament ist eine in bestimmter Form kundzugebende letztwillige
Verfügung, welche die Ernennung eines Erben, Erbeinsetzung, nothwendig
enthalten muß.
Nach römischem Recht war die Fähigkeit zu Errichtung eines Testaments ¬
aus vielen Gründen beschränkt, die heutzutage wegfallen. A. 2.
Unfähig sind aber noch:
1) Wahnsinnige und Blödsinnige. A. 3.
Gerichtlich erklärte Verschwender. A. 4.
2)
3) Diejenigen, welche das sechzehnte Jahr noch nicht zurückgelegt haben. ¬
A. 5.
4) Stumme, welche nicht schreiben, Blinde, welche auch nicht reden, und
Taube, welche weder schreiben noch reden können. A. 6.
Anmerk. 1. Die Litteratur s. bei Vangerow, Bd. 1, S. 83.
Vergl. auch Arndts, §. 483 ff. Göschen, Vorles. §. 956 ff. Keller, Pand.
Vorles. §. 474 ff. Puchta, Pand. §. 461 ff. Seuffert, Pand. §. 520 ff.
M. S. Mayer, die Lehre von dem Erbrechte nach heutigem römischem Rechte
(1840), S. 14 ff.
Holzschuher, Theorie 2c. Bd. 2, S. 576 ff. Sintenis, Civilrecht Bd. 3,
§. 166 ff. (1. Aufl. S. 361 ff.).
Marezoll, Inst. §. 196 ff. Puchta, Inst. Bd. 3, §. 306 ff. Scheurl, Inst.
§. 184 ff. Höpfner, Inst. Comm. §. 438 ff.
Ueber das ältere deutsche Recht vergl. Gerber, deutsches Privatrecht §. 265.
Reyscher, w. Privatr. Bd. 3, §. 641 ff. Weishaar, Handb. Bd. 2, §. 699 ff.
Stein, Erbr. §. 307 ff. (3. Aufl. §. 42 ff.)
Jeitter, Handb. der freiw. Gerichtsb. Bd. 1, S. 159 ff.
Oesterreichisches Gesetzbuch §. 552 ff.
Ueber das israelitische Recht vergl. Kappler, Notariatsgesetz (2. Aufl.) Seite
453—56.
Anwerk. 2. Arndts, §. 448. Vangerow, Bd. 2, §. 428.
Quellen; Inst. quibus non permittitur facere testamentum (2, 12). Dig. qui
testamenta facere possunt (28, 1. Cod. 6, 22).
Landrecht, Thl. 3, Tit. 2.
Manche Verbrechen des römischen Rechts, wie die sogen. Ketzerei und Apostasie,
werden heutzutage gar nicht mehr als Verbrechen betrachtet. Das religiöse Bekenntniß
hat nach unserer neuesten Gesetzgebung gar keine bürgerlichen Wirkungen mehr.
Bierer, Württb. Privatrecht. III.