Volltext : Biener, Friedrich August: Wechselrechtliche Abhandlungen

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Abh.  I.  Geschichte.
Beauvoisis  Ch.  35.  de  soi  obliger  par  lettres  giebt  bei  einer
Gelegenheit  die  Arten  an,  wie  eine  Obligation  rechtmäßig  in
andere  Hände  kommen  kann:  si  la  lettre  vient  à  autrui  par
son  droit,  comme  si  il  meurt  et  elle  vient  à  ses  hoirs,  ou
si  il  met  la  lettre  en  autrui  main,  ou  si  il  mefait,  parquoi
26).
Masuer
la  lettre  vienne  en  la  main  de  son  seigneui
Pratique  mise  en  françois  par  Antoine  Fontanon2?)  Tit.  31.
des  solutions  §.  7.  bietet  folgendes:  Qui  a  droit  par  cession
et  transport,  le  peut  signifier  au  debiteur,  und  dann  ist  der
Schuldner  nicht  befreit,  wenn  er  an  den  Cedenten  zahlt.  Die
Signification  geschieht  mit  Zeugen  und  Vorlegung  der  Cession,
combien  que  cela  ne  soit  necessaire  par  la  coutume.
Bouteillier28)  Somme  rurale  Tit.  26.  des  obligations  en
particulier  und  Tit.  48.  de  usucapion  enthält  einen  Paragraphen, ¬
  de  novations  de  dettes  überschrieben.  Hier  wird  mit
Bezug  auf  Cod.  de  novationibus  rein  romanisirt;  hiernach  ist
die  Zuziehung  des  Schuldners  nothwendig  und  daß  er  sich  dem
Cessionar  verpflichtet.  In  dem  Grand  coutumier2)  de
Charles  VI.  Tit.  de  l'execution  des  lettres  findet  sich  folgende
Stelle:  Item  par  le  style  du  Chatelet  un  porteur  de  lettres
ne  peut  faire  un  autre  porteur,  mais  après  litiscontestation
26)  Die  Assises  de  Jerusalem,  Basse  Cour,  enthalten  viel  von  Privatrecht, ¬
  aber  nichts  hierher  Gehöriges.  Nach  Kapit.  130.  (143.)  gilt  eine  Schuldurkunde ¬
  nur  dann,  wenn  sie  von  Zeugen  bekräftigt  ist.
27)  Edit.  1603.  p.  532.  In  Fournel  histoire  des  avocats  1813.  II.
p.  356.  und  Dupin  notices  bibliographiques  1820  p.  65.  wird  angegeben,
daß  Masuer  1560  bei  der  sénéchaussée  du  Bourbonnois  Advocat  war  und
1588  gestorben.  Die  Angabe  ist  unwahrscheinlich,  weil  nach  der  ersten  lateinischen ¬
  Ausgabe  1529  bis  1588  viele  lateinische  und  französische  Ausgaben
(Camus  lettres  sur  la  profession  d'avocat,  edit.  Dupin  1818  T.  II.
p.  323.  n.  1167.  1168.)  mit  supplirenden  Noten  der  Herausgeber  erschienen
sind,  ohne  eine  Mitwirkung  des  Verfassers.  Außerdem  ist  in  Klimrath
Travaux,  edit.  Warnkönig  p.  16.  18.  nachgewiesen,  daß  Masuer  in  den  Anfang ¬
  des  15.  Jahrhunderts  zu  setzen  ist.
28)  Edit.  1505  fol.  40b.  96b.  Edit.  Charondas  1621  p.  147.  342.
29)  Edit.  1539  fol.  81b.  Das  Werk  hat  einen  ancien  style  du  Chatelet
benutzt.  Solche  styles,  auch  coutumes  du  Chatelet  existiren  mehrere,  zum
Theil  ungedruckt,  und  sie  sind  die  Grundlage  der  coutumes  de  Paris.  Das
Chatelet  war  das  königliche  Stadtgericht  von  Paris.  Siehe  darüber  Olim
T.II.  pref.  p.  LIX.  T.  III.  pref.  p.  XXXIII.  Pardessus  Organisation
judiciaire  p.  287—297.
            
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