4.43.
Inwieweit sind die Zivilgemeinden zur Zahlung eines Pfarrzusatzgehaltes in den vormals französischen Teilen der Rheinprovinz verpflichtet?
1. Abtlg.
141
Kaufmann Josef M-, Beklagter,
gegen
Apotheker H. Kläger.
So entschieden unter Abänderung des Urteils der III.
Zivilkammer des Landgerichts zu Cöln aus folgenden
Gründen:
Wenn Artikel 676 des 6. c. für Fenster in der Grenz-
inaucr die Herrichtung als „verre dormant" vorschreibt, so
bedeutet dies Fenster, die nicht geöffnet werden können, nicht
etwa, wie der Vorderrichter annimmt, daß sie geblendet sein
müssen. Richtig ist, daß in der Uebersctzung des Code civil
von Cretschmar dem französischen Ausdruck die letztere Deutung
gegeben ist, jedoch mit Unrecht.
Das Dictionnaire de l’academie trancaise definiert
„verre dormant" als „verre qui ne s’ouvre jamais".
Ebenso führt Laurent (Bd. 8 S. 74) Uber den Inhalt
der gesetzlichen Eigentumsbeschränkung des Art. 676 aus:
„c'e8t ä dire que le chässis dans lequel il est place
soit fixe au mur de maniere qu’on ne puisse pas l’ouvrir;
dans les anciennes coutumes on disait: scelle ä plätre
ou ä chaux, ce qui est la marque de la perpetuelle
demeure d’apres l’article 525. L’expression „ä verre
dormant" implique donc que le verre soit arrete ä
perpetuelle demeure . . . . La loi ne dit pas que le
verre doit etre mat . . . Uebereiustimmend auch Zachariä-
Crome Bd. II S. 521 und die amtliche Uebersetzung des
Code civil für das Königreich Westpfalen S. 151.
IX. Zivilsenat. Sitzung vom 13. Februar 1904.
Rechtsanwälte: Elaasen — Johnen I.
Inwieweit sind die Zivilgemeinden znr Zahlung
eines Psarrzusatzgehaltes in de« vormals franzö-
sischen Teilen der Rheinprovinz verpflichtet?
(Früheres Recht: Dekret vom 5. nivose XIII;
Kirchenfabrikdekret vom 30. Dezember 1809;
4.43.
Inwieweit sind die Zivilgemeinden zur Zahlung eines Pfarrzusatzgehaltes in den vormals französischen Teilen der Rheinprovinz verpflichtet?
1. Abtlg.
141
Kaufmann Josef M-, Beklagter,
gegen
Apotheker H. Kläger.
So entschieden unter Abänderung des Urteils der III.
Zivilkammer des Landgerichts zu Cöln aus folgenden
Gründen:
Wenn Artikel 676 des 6. c. für Fenster in der Grenz-
inaucr die Herrichtung als „verre dormant" vorschreibt, so
bedeutet dies Fenster, die nicht geöffnet werden können, nicht
etwa, wie der Vorderrichter annimmt, daß sie geblendet sein
müssen. Richtig ist, daß in der Uebersctzung des Code civil
von Cretschmar dem französischen Ausdruck die letztere Deutung
gegeben ist, jedoch mit Unrecht.
Das Dictionnaire de l’academie trancaise definiert
„verre dormant" als „verre qui ne s’ouvre jamais".
Ebenso führt Laurent (Bd. 8 S. 74) Uber den Inhalt
der gesetzlichen Eigentumsbeschränkung des Art. 676 aus:
„c'e8t ä dire que le chässis dans lequel il est place
soit fixe au mur de maniere qu’on ne puisse pas l’ouvrir;
dans les anciennes coutumes on disait: scelle ä plätre
ou ä chaux, ce qui est la marque de la perpetuelle
demeure d’apres l’article 525. L’expression „ä verre
dormant" implique donc que le verre soit arrete ä
perpetuelle demeure . . . . La loi ne dit pas que le
verre doit etre mat . . . Uebereiustimmend auch Zachariä-
Crome Bd. II S. 521 und die amtliche Uebersetzung des
Code civil für das Königreich Westpfalen S. 151.
IX. Zivilsenat. Sitzung vom 13. Februar 1904.
Rechtsanwälte: Elaasen — Johnen I.
Inwieweit sind die Zivilgemeinden znr Zahlung
eines Psarrzusatzgehaltes in de« vormals franzö-
sischen Teilen der Rheinprovinz verpflichtet?
(Früheres Recht: Dekret vom 5. nivose XIII;
Kirchenfabrikdekret vom 30. Dezember 1809;