Einleitung.
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doch eine Kapitaleinlage daran zu wagen bereit sind, ohne in die
Solidarhaft zu treten. Sodann für diejenigen Arbeiter, die zwar
der Genossenschaft sofort beitreten, in der Absicht, in deren Etablissement ¬
später zu arbeiten, jedoch vorläufig nicht beschäftigt werden
können, sondern bei andern Unternehmern einstweilen als Lohn-Arbeiter ¬
ausharren müssen. Nach den bisherigen Erfahrungen werden
solche Arbeiter, wenn durch das Genossenschaftsregister ihre Theilnahme
an einem Konkurrenzgeschäft bekannt wird, in der Regel sofort entlassen. ¬
Schulze räth daher, sie zunächst nur als stille Gesellschafter
auf Grund eines besonderen Abkommens zuzulassen.
Mit dieser für das Gedeihen der Produktivgenossenschaften überaus ¬
wichtigen Frage der Zulassung zur Mitgliedschaft hängt untrennbar ¬
die Frage der Gewinnvertheilung zusammen. Unter den deutschen
Genossenschaftsmännern wird man mit Schulze auch darin einig sein,
als Regel die Vertheilung so zu bewirken, daß nach angemessener
Berücksichtigung des Reservefonds zunächst die Geschäftsantheile mit
5 Prozent Zins zu bedenken und sodann der Ueberschuß zur Hälfte
als Superdividende ebenfalls den Geschäftsantheilen und zur andern
Hälfte als Bonus allen Arbeitern und Beamten nach Höhe der ihnen
in dem betreffenden Jahre gezahlten Löhne und Gehalte zu gewähren.
Die in Schulze's Jahresbericht namhaft aufgeführten 189 industriellen ¬
Produktivgenossenschaften theilen sich nach den Gewerbszweigen ¬
folgendermaßen ein: 35 Genossenschaften der Tischler, Instrumentenmacher ¬
und verwandter Berufsklassen (davon 18 in Berlin)
30 der Spinner und Weber, 28 der Schneider, 12 der Buch- und
Steindrucker, 9 der Schuhmacher, 8 der Cigarrenarbeiter, 8 für Mehlfabrikation ¬
und Brodbäckerei, 7 Industrie-, Handels- und Bergbaugenossenschaften, ¬
6 Genossenschaften der Metallarbeiter, je 5 der Buchbinder ¬
und Lederarbeiter, der Maschinenbauer und der Bauhandwerker
und Steinmetzen, 4 der Schornsteinfeger, je 3 der Vergolder, der
Töpfer und für Sprit- und Branntweinfabrikation, je 2 der Uhrmacher, ¬
der Bürsten- und Kammmacher, der Maler und Lackierer
der
Brauer, der Glaser, für Nähmaschinen und für Zuckerfabrikation
und endlich je eine der Gold- und Silberarbeiter, der Tapezierer,
der
Granit= und Marmorarbeiter, der Mechaniker, der Bildhauer
der
Holzarbeiter, für Waffenfabrikation, für Stärkefabrikation und
für
persönliche Dienstleistungen.
Bei der Statistik Schulze's betheiligen sich erst wenige Produktivgenossenschaften; ¬
die meisten befürchten von der Veröffentlichung geschäftliche ¬
Nachtheile. Die Zahl der Rechnungsabschlüsse, welche die
Tabelle für Produktivgenossenschaften enthielt, war 1864 2, 1865 1,
*) Vgl. über andere bei französischen, englischen und deutschen Produktivgenossenschaften ¬
üblichen Vertheilungsweisen Dr. Aug. Fläxl: Die Produktivgenossenschaft ¬
und ihre Stellung zur sozialen Frage. München 1872. Seite
120 bis 127.