Volltext : Baron, Julius: Pandekten

Unersitzbare  Objecte.  §  145.
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ge.  §  145.  Unersitzbare  Objecte.
Vangerow,  §  317.  —  Windscheid,  §  182.  —  Brinz,  §  156.
Gewisse  Sachen  sind  der  ordentlichen  Ersitzung  entzogen  (res  inhabiles), ¬
  und  zwar  entweder  weil  ihr  Eigenthümer  besonders  privilegirt
sein
soll,  oder  weil  sie  mit  einer  besonderen  Eigenschaft  behaftet  sind.
I.  Um  ihres  Eigenthümers  halber  sind  der  ordentlichen ¬
  Ersitzung  entzogen:  1)  Sachen  des  Fiscus';  2)  Sachen  des
3)  unbewegliche  Sachen  der  Kirchen  und  milden  Stiftungen
Regenten?;
Streitig
ist,  ob  die  Sachen  der  Städte"  und  die  der  Minderjährigen
der  ordentlichen  Ersitzung  entzogen  sind;  nach  richtiger  Meinung  ist  es  zu
verneinen;
übrigens  hat  die  Streitfrage  bei  den  Sachen  der  Minderjährigen ¬
  wenig  praktisches  Interesse,  weil  dieselben  meistens  aus  anderen
Gründen  der  Ersitzung  entzogen  sind“.
II.  Wegen  ihrer  besonderen  Eigenschaft  sind  der  Ersitzung ¬
  entzogen:
1.  Gestohlene  Sachen  nach  den  zwölf  Tafeln'  und  der  lex  Atinias
nach  der  Carolina  sind  sie  (was  aber  Viele  bestreiten)  auch  der  außerordentlichen ¬
  Ersitzung  entzogen";  auch  ihre  Erzeugnisse  sind  der  Ersitzung
entzogen,  wenn  der  Percipient  unredlich  ist10
Sklavenkinder  und
Thierjunge  schon  dann,  wenn  sie  bei  einem  unredlichen  Besitzer  con— ¬

cipirt  worden  sind!
Die  Furtivität  und  Ersitzungsunfähigkeit  hört
auf,  wenn  die  Sache  in  die  Gewalt  des  Eigenthümers  zurückkehrt"2,  daher
wird  die  Sache  überhaupt  nicht  ersitzungsunfähig,  wenn  der  Eigenthümer
selbst  den  Diebstahl  begeht!3,  —  ein  Fall,  der  heute  undenkbar  ist,  weil
nach  heutigem  Strafrecht  der  Diebstahl  nur  an  einer  fremden  Sache
begangen  werden  kann  (§  311  N.  9.  14).
2.  Sachen,  welche  Jemand  mit  Gewalt  in  Besitz  genommen  hat
(nach  den  leges  Julia  und  Plautia)"";  offenbar  bezieht  sich  dies  Verbot
bloß  auf
Immobilien,  da  Mobilien  unter  das  Verbot  bei  1  fallen.  Die
rsitzungsunfähigkeit  wird  wie  bei  1  gehoben
Sachen,  womit  ein  Beamter  bestochen  worden  ist  (nach  der
3.
l.  Iulia  repetundarum)!";  die  Ersitzungsunfähigkeit  wird  wie  bei  1  ge17 ¬

hoben
1  §  9.  I.  h.  t.  2,  6;  l.  9.  l.  18.  l.  24.  §  1.  D.  h.  t.  41,  3.  —  2  t.  C.  ne  rei  dom.
7,  38;  l.  6.  C.  de  fund.  patr.  11,  61.  —  3  Nov.  111.  c.  1;  Nov.  136.  c.  6:  c.  S.  X.
de  praescr.  2,  26.  —  4  l.  15.  §  27.  de  damn.  inf.  39,  2:  Pauli  sent.  rec.  V.  2.  §  4:
l.  9.  D.  h.  t.  41,  3.  —  5  l.  2.  D.  de  eo  qui  pro  tut.  27,  5:  l.  4.  §  24.  D.  de  dol.
m.  exc.  44,  4:  l.  4.  §  11.  D.  h.  t.  41.  3;  l.  2.  §  15.  l.  7.  §  3.  D.  pro  emt.  41,  4;
l.  33.  D.  de  furt.  47,  2:  l.  un.  C.  si  adv.  us.  2,  36;  l.  3.  C.  quibus  non  obi.  l.  t.
pr.  7,  35;  l.  5.  C.  in  qu.  c.  2,  41.  —  °  Vgl.  die  Stellen  in  der  N.  21.  24.
§§  2.  3.  I.  h.  t.  2,  6;  Gai.  2,  45.  49.  —  §  l.  4.  §  6.  l.  33.  pr.  D.  h.  t.  41.  3;
l.  215.  D.  de  v.  s.  50,  16.  —  "  Carolina  Art.  209.  —  1°  l.  4.  §  14.  D.  h.  t.  41,
3.—  11  l.  48.  §  5.  D.  de  furt.  47,  2;  l.  26.  D.  de  st.  hom.  1,  5;  l.  12.  C.  de  furt.
6,  2.  —  12  §  8.  I.  h.  t.  2,  6:  l.  4.  §§  6.  12.  21.  l.  49.  D.  h.  t.  41,  3:  l.  7.
§  3.  7.  D.  pro  emt.  41,  4:  l.  84.  D.  de  furt.  47,  2:  l.  215.  D.  de  v.  s.  50.  16.
13  l.  20.  §  1.  D.  de  furt.  47,  2:  l.  49.  D.  h.  t.  41,  3.  —  14  Gai.  2,  45;  §  2.  I.  de
usuc.  2,  6;  l.  33.  §  2.  D.  h.  t.  41,  3.—  15  §  8.  I.  h.  t.  2,  6;  l.  33.  §  2.  D.  h.  t.
41,  3;  l.  86.  D.  de  furt.  47.  2.  —  10  j.  8.  D.  de  l.  iulia  rep.  48,  11;  l.  48.  pr.  D.
de  a.  r.  d.  41,  1.  —  17  l.  S.  §  1.  D.  de  l.  Iul.  rep.  48,  11.
            
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