Full text: Zeitschrift für Rechtsgeschichte (Bd. 3 (1864))

Miscellen.

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bod setzt, während Dahn der Annahme einer späteren Entstehung,
nämlich von Beginn, der Wanderung, etwa a. 150, sich zuneigt.
Auch rücksichtlich der Trennung gehen die Ansichten beider ausein-
ander, indem Köpke die Trennung der Westgothen unter Ermana-
rich bald nach 340 setzt, während Dahn ein Gesammtkönigthum
nur bis nach Ostrogotha (e. 250.) annimmt, und die Westgothen
nach vorübergehender Wiedervereinigung unter Ermanarich unter
diesem zur Zeit des Hunnischen Angriffs definitiv sich trennen läßt.
Dem gegenüber stellt dagegen der Vf. von Nr. 3 die Ansicht auf,
daß es ein gothisches Gesammtkönigthum überhaupt nie gegeben.
(40 f.) Außer dieser Frage ist von rechtsgeschichtlichen Unter-
suchungen in der letzteren Schrift noch hervorzuheben die über die
Aufnahme der Germanen auf römischem Boden (177 f.)
Arnold W., Zur Geschichte des Eigenthums in den
deutschen Städten. Basel, Georg. 1861.
In dieser Schrift, auf die schon in dieser Zeitschrift I. 24.
hingewiesen ist, wird auf Grund urkundlicher Forschungen, haupt-
sächlich aus Basel, ein Verhältniß nachgewiesen, das unterdessen
so gut wie unbekannt war. Im Mittelalter war in deü größeren
Städten das Grundeigenthum in ausgedehnter Weise geliehen, der
Erbleihe auf dem Land entspricht die Häuserleihe in den Städten.
Gleich merkwürdig wie die Entstehung ist auch die Beseitigung die-
ses Verhältnisses, die vielfältig durch die Gesetzgebung erfolgte, so
daß wir für die modernen Ablösungsgesetze Analogieen schon in
sehr früher Zeit haben. Außer den rechtsgeschichtlichen Resultaten
giebt diese Schrift ein anschauliches Bild der volkswirthschaftlichen
Zustände des Mittelalters, über welche in ausgedehnter Weise sich
zu verbreiten der Vf. vielfach Gelegenheit-hat.
Schulte I. F., Lehrbuch der deutschen Reichs- und
Rechtsgeschichte. Stuttgart, Nitzschke. 1861.
Seit Eichhorn hat die Darstellung der deutschen Rechtsge-
schichte keine wesentlichen Fortschritte gemacht. Die Aufgabe der-
selben kann natürlich nicht sein, durch selbstständige Untersuchungen
die Erkenntniß im einzelnen zu befördern, sondern nur die Resul-
tate der vorhandenen Einzeluntersuchungen durch übersichtliche Grup-
Zeitschrift für Rechtsgeschichte. III. 22

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