Full text: Zeitschrift für Rechtsgeschichte (Bd. 4 (1864))

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Dkgeilkolb»

Diese Bezeichnung entscheidet nicht über daS Wesen seines
Rechtes, wir selbst können es nicht mit voller Sicherheit bestimmen.
Das Recht des Atimetus kann zuvörderst als ein blos obligatorisches
gedacht sein, als ein WohnungSrecht nach Analogie der I. 81 § 3
D de leg. I (30):
qui fundum excepto aedificio legat appellatione aedi-
ficii aut superficiem significat aut solum quoque cuius
aedificium superpositum est; si de sola superficie
exceperit nihil ominus iure legati totus fundus vin-
dicabitur, sed exceptione doli mali posita con-
sequetur heres id ut sibi habitare in villa liceat.
Auch verträgt sich mit einem blos obligatorischen Rechte der
Ausdruck usus et fructus; f. L 30 § 1 D de leg. III (32):
qui hortos publicos a republica conductos habebat eorum
hortorum fructus usque ad lustrum quo conducti essent Au-
fidio legaverat et heredem .... damnaverat sinere uti eum
et frui. Nimmt man ein dingliches Recht des Atimetus an,
welches freilich um so näher liegt, als er, wie es scheint, bei Ein-
gehung des Vertrages bereits dinglich berechtigt war, so bleibt
scheinbar die Wahl, es als usus fructus oder als das ans seine
Lebenszeit fortdauernde superficiarische Recht aufzufassen.
Im ersteren Falle tritt Atimetus durch den Vertrag in ein
neues Rechtsverhältniß, das Eigenthum der Gemeinde consolidirt
sich durch das Erlöschen der Superficies, um sogleich wieder durch
den neubegründeten ususfructus beschränkt zu werden. Im an-
dern Fall dauert die Superficies in ihrem dinglichen Bestände bis zum
Tod des Superficiars unverändert fort, nur die obligatorische Seite des
Verhältnisses erfährt eine Umgestaltung durch den Erlaß des sola-
rium. Die Entscheidung jener Alternative läßt sich nicht genügend
aus einer Abwägung der hier und dort eintretenden rechtlichen
Folgen begründen, selbst dann nicht, wenn etwa der Vortheil des
Atimetus als Ausschlag gebend gedacht wird. Entscheidend und
zwar gegen den ususfructus sind die Schwierigkeiten, welche
seiner Begründung an einem im Rohbau begriffenen Gebäude ent-
gegenstehen.
Es giebt einen ususfructus an der area, dieser erlischt mit der
Errichtung des Gebäudes, s. L 5 § 3 D VII, 4; eö giebt einen
usus fructus am Gebäude, dieser endigt, wenn das Gebäude ein-
stürzt, L 5 §2 D VII, 4; beides in Folge der streng sestgehalte-

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