Metadaten : [Produktion vegetabilischer Substanzen] (4)

Der  Weizen.
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oder  im  Miste  war  —  auch  andres  hervorragendes  Unkraut,  besonders  die  blaue
Kornblume  zu  köpfen.  Dies  muß  ebenfalls  mit  höchster  Vorsicht  geschehen,
und  der  Weizen  darf  nicht  stärker,  als  an  der  äußersten  Spitze  seiner  Blätter
berührt  werden.
§.  60.
Der  Weizen  ist  mehr  wie  anderes  Getreide  empfindlich  gegen  jede  ungünstige  Einwirkung
der  Wittebesonders ¬
  naßkalte  Witterung.  Er  ändert  danach  gleich  seine  Farbe  und  mach
rung.
einen  Stillstand  im  Wachsthum,  scheint  wirklich,  wie  man  sagt,  zurückgewach.
sen.  Er  erholt  sich  aber  eben  so  schnell,  wenn  eine  günstigere  Witterung  eintritt,
und  gewinnt  in  wenigen  Tagen  wieder  ein  gesundes  Ansehen.
Bis  zum  Schossen  und  Hervortreten  der  Aehre  liebt  der  Weizen  eine  mit
vielem  Regen  abwechselnde  warme  Witterung,  welche  das  Emporkommen  seiner
Nebensprossen  befördert.  Nachher,  besonders  in  der  Blütezeit,  ist  ihm  trocknes
warmes  Wetter  verzüglich  günstig.  Nach  dem  Ansatze  und  bei  der  Vollendung
seiner  Körner  ist  ihm  aber  mäßig  feuchte  Witterung  wieder  sehr  zuträglich,  indem ¬
  er  bei  anhaltender  Dürre  und  trockenen  Winden  zu  schnell  reift  und  seine
Körner  nicht  so  vollständig  werden,  als  wenn  sie  langsamer  reifen.  Zu  feuchte
Witterung  beim  Ansatz  der  Körner  erzeugt  dagegen  den  Staubbrand.
§.  61.
Weizen,  der  eine  gute  Handelswaare  seyn  soll,  muß  gemähet  werden,  Reife.
bevor  er  seine  volle  Reife  erreicht  hat.  Er  wird  fonst  hornig,  oder,  wie  man
es  nennt,  gläsig.  Er  giebt  dann  kein  so  weißes  Mehl.  Obwohl  man  dieses
dadurch  verbessern  kann,  daß  man  solchen  Weizen  etwas  anfeuchtet,  so  wird
er  doch  von  den  Käufern  getadelt,  wenigstens  wenn  Ueberfluß  zu  Markte
kommt.  Ueberdem  aber  ist  der  Weizen  sehr  zum  Ausfallen  geneigt,  und  bei
trockenem,  windigem  Wetter  einem  großen  Verluste  unterworfen,  wenn  man
ihn  völlig  reifen  läßt.  Deshalb  muß  auf  den  Zeitpunkt  seiner  Mähereife  genau ¬
  geachtet  werden,  welche  eintritt,  wenn  die  Körner  zwar  ihr  Mehl  gebildet ¬
  haben  und  nicht  mehr  milchigt,  aber  doch  noch  weich  sind.  Und  obwohl
in  der  Regel  der  Weizen  erst  14  Tage  nach  dem  Rocken  reift,  so  tritt  doch
nicht  selten  der  Fall  ein,  daß  er  diese  Mähereife  bei  dürrem  Wetter  bekommt,
bevor  man  mit  dem  Rocken  fertig  ist;  und  so  muß  man  den  Rocken  stehen
            
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