Der Weizen.
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oder im Miste war — auch andres hervorragendes Unkraut, besonders die blaue
Kornblume zu köpfen. Dies muß ebenfalls mit höchster Vorsicht geschehen,
und der Weizen darf nicht stärker, als an der äußersten Spitze seiner Blätter
berührt werden.
§. 60.
Der Weizen ist mehr wie anderes Getreide empfindlich gegen jede ungünstige Einwirkung
der Wittebesonders ¬
naßkalte Witterung. Er ändert danach gleich seine Farbe und mach
rung.
einen Stillstand im Wachsthum, scheint wirklich, wie man sagt, zurückgewach.
sen. Er erholt sich aber eben so schnell, wenn eine günstigere Witterung eintritt,
und gewinnt in wenigen Tagen wieder ein gesundes Ansehen.
Bis zum Schossen und Hervortreten der Aehre liebt der Weizen eine mit
vielem Regen abwechselnde warme Witterung, welche das Emporkommen seiner
Nebensprossen befördert. Nachher, besonders in der Blütezeit, ist ihm trocknes
warmes Wetter verzüglich günstig. Nach dem Ansatze und bei der Vollendung
seiner Körner ist ihm aber mäßig feuchte Witterung wieder sehr zuträglich, indem ¬
er bei anhaltender Dürre und trockenen Winden zu schnell reift und seine
Körner nicht so vollständig werden, als wenn sie langsamer reifen. Zu feuchte
Witterung beim Ansatz der Körner erzeugt dagegen den Staubbrand.
§. 61.
Weizen, der eine gute Handelswaare seyn soll, muß gemähet werden, Reife.
bevor er seine volle Reife erreicht hat. Er wird fonst hornig, oder, wie man
es nennt, gläsig. Er giebt dann kein so weißes Mehl. Obwohl man dieses
dadurch verbessern kann, daß man solchen Weizen etwas anfeuchtet, so wird
er doch von den Käufern getadelt, wenigstens wenn Ueberfluß zu Markte
kommt. Ueberdem aber ist der Weizen sehr zum Ausfallen geneigt, und bei
trockenem, windigem Wetter einem großen Verluste unterworfen, wenn man
ihn völlig reifen läßt. Deshalb muß auf den Zeitpunkt seiner Mähereife genau ¬
geachtet werden, welche eintritt, wenn die Körner zwar ihr Mehl gebildet ¬
haben und nicht mehr milchigt, aber doch noch weich sind. Und obwohl
in der Regel der Weizen erst 14 Tage nach dem Rocken reift, so tritt doch
nicht selten der Fall ein, daß er diese Mähereife bei dürrem Wetter bekommt,
bevor man mit dem Rocken fertig ist; und so muß man den Rocken stehen