Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 11 (1896))

7. Die Grenzscheidungsklage nach römischem und gemeinem Recht sowie nach den Entwürfen eines bürgerlichen Gesetzbuches für das Deutsche Reich

4.

Die Grenzscheidungsklage nach römischem un-
gemeinem Recht
sowie
nach den Entwürfen eines bürgerlichen Gesetzbuches für das
Deutsche Reich.
Von Amtsrichter Dr. jur. W. Nönnberg in Lübz.

8 i.
Einleitung.
Wenn hier und da die Rechtsauffassung sich Geltung zu verschaffen
versucht hat, die aotio finium regundorum des römischen Rechtes sei
durch Gewohnheitsrecht und Praxis außer Anwendung gekommen *) —
eine Ansicht, die weder von der Theorie noch von der Gerichtspraxis
jemals gebilligt worden ist —, so bedarf es zu ihrer Widerlegung nur
des Hinweises auf die in Seuffert's Archiv abgedruckten in Grenzstreitig-
keiten ergangenen Entscheidungen höchster Gerichte, welche sämmtlich
auf dem Boden des römischen Rechts stehen oder doch zu stehen ver-
meinen und die fortdauernde Geltung des Instituts der a°. fin. reg.
anerkennen. Die dort entwickelten Grundsätze sind indeß ebenso wie
in der Theorie besonders rücksichtlich des Wesens und der Voraus-
setzungen dieser Klage so verschieden, daß von einer sog. herrschen-
den Ansicht nur in beschränktem Umfange die Rede sein kann. Legen
jene Entscheidungen und die theoretischen Abhandlungen über unsere
Materie Zeugniß ab von der Verwirrung, welche in der Lehre von
der Grenzverwirrung herrscht, so erklärt es sich andererseits wieder aus
ihr, daß uns nur eine verhältnißmäßig geringe Anzahl höchstrichter-

') S. z. B. Seuffert's Archiv XIV 136.

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