Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 6 (1892))

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Otto Fischer.

24. Februar 1843,124) 21. August 1851, 14. September 1855,125)
29. Juni 1864126) und 12. Mai 1871 127) (mit sehr eingehender
Begründung). Auch die Urtheile vom 28. April 186572^) und
2. Juni 1871422) bestreiten den Satz nicht, verneinen aber seine
Anwendbarkeit auf die vorliegenden Fälle, weil es bei dem Mangel
einer gegenseitigen Erbeseinsetzung an der erforderlichen Korrespek-
tivität fehle.
Das Urtheil vom 29. Juni 1864 ist dadurch besonders inter-
essant, daß es für das Gebiet des Mainzer Landrechts ergangen
ist. Dieses gehört zu denjenigen Partikulargesetzen, welche, unter dem
Einflüsse der ältesten gemeinrechtlichen Theorie ergangen, die Wider-
ruflichkeit gemeinschaftlicher Testamente durch den Ueberlebenden
statuiren.130) Das Darmstädter Urtheil nimmt zur Beseitigung des
in dieser Bestimmung liegenden Bedenkens an, daß das Landrecht
nur einfach gemeinschaftliche, nicht aber korrespektive Testamente im
Auge gehabt habe.^i)
Den gleichen Standpunkt hat ferner das O.-A.-G. zu Celle
eingenommen.^2) Das Urtheil vom 26. April 1856 183) hat frei-
lich einen Fall im Auge, in welchem das gemeinschaftliche Testament
ausdrücklich bestimmt hatte, daß die gemeinsamen Verfügungen
in einem näher bezeichneten Umfange durch den Ueberlebenden nicht

124) Heinzerling a- a. S. O. 291.
125) Heinzerling S- 295. Seuffert, Archiv 6 Nr. 221 und 10 Nr. 184.
Anschließend Urtheile des Hofgerichts in Darmstadt v. 2. Februar 1857
(Heinzerling S. 375) und vom 6. Juli 1861.
126) Heinzerling S. 379.
42h Heinzerling S. 355.
128) Heinzerling S. 345.
129) Heinzerling S. 349.
13°) Tit. 13 §. 2: „Hätten zwei Eheleute miteinander ein Testament ge-
macht und eines wäre aus ihnen gestorben, ohne daß es solches seines Orts
widerrufen hätte, so kann doch gleich wohlan das überlebende Ehegenoß seines
widerrufen, aufheben und nach Belieben ändern."
m) In gleicher Weise hat das Hofgericht in dem Urtheil vom 6. Juli
1861 die ganz ähnliche Bestimmung des Katzenellenbogener Landrechts für
unerheblich erachtet (Heinzerling S. 379).
132) Aeltere Praxis bei Bülow und Hagemann, praktische Erörterungen
4 Nr. 29.
is») Seuffert, Archiv 11 Nr. 57.

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