Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 6 (1892))

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Neubauer.

dem Verkäufer günstigen Entschlüsse zu beeinflussen, und dann mit
dem Käufer über eine von diesem zu gewährende Vergütung sich
verständige; hieraus würde erhellen, daß er gesonnen sei, nicht im
Interesse des Verkäufers Bemühungen aufzuwenden; er würde damit
thatsächlich sein dem Verkäufer gegebenes Versprechen gebrochen
haben. Jede Vorschrift des vorgeschlagenen Inhalts könne zu irriger
Beurtheilung der verschieden zu entscheidenden Fälle verleiten.
Für selbstverständlich wurde erachtet, daß eine spätere Auf-
hebung oder Auflösung des Vertrages das entstandene Recht auf
die Maklergebühr nicht beseitige.
Eine allgemeine Regel, daß neben der Maklergebühr nicht
Ersatz der in Folge der Vermittelung aufgewendeten Kosten gefordert
werden dürfe, lasse sich nicht aufstellen, weil die einzelnen Fälle
zu verschieden seien und nicht selten zwischen gewöhnlichen und un-
gewöhnlichen Auslagen zu unterscheiden sein werde. Es bestehe
auch kein Bedürfniß für Aufstellung einer solchen Regel.
Abgesehen von der als schwerfällig von Gierke (S. 248) be-
mängelten Fassung, hat die Kritik mehrfach eine eingehendere
Regelung des Maklervertrages gewünscht; indessen sind hierfür nur
namhaft zu machen der Hamburger Korrespondent vom 11. Mai 1888,
der Badische Beobachter vom 29. Dezember 1888 und die Germania
vom 1. Januar 1889.
Koch hält für unentbehrlich, wegen der Höhe der Gebühr auf
obrigkeitliche Taxen, eventuell auf den Ortsgebrauch zu verweisen.
Er meint, es sei bedenklich, dem billigen Ermessen des Maklers
(§. 354) sich zu unterwerfen.
Hachenburg S. 155 wünscht eine Entscheidung darüber, ob der
Makler, wenn das Geschäft nicht zu Stande komme, nicht wenigstens
Ersatz seiner Auslagen für Reisen, Insertionen u. s. w. verlangen
könne, weil die Thätigkeit des Maklers und deren wirthschaftlicher
Werth unter dem Risiko leide oder die Gebühr um die Risikoprämie
erhöht werde.
Endlich befürwortet Köhler in diesem Archiv Bd. 5 S. 166 fg.
das Verbot des Maklervertrages in Ansehung der Vermittelung
von Ehen.
Gegenüber den Wünschen auf eine eingehendere Regelung des
Maklervertrages möchte darauf hinzuweisen sein, daß die obigen

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