Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 34 (1910))

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I. Binder.

hauptung, „daß das Verfügungsrecht über Energie als verkehrs-
fähiges Eigenrecht mit den fogenannten Jmmaterialgüterrechten
in voller Selbständigkeit neben den fogenannten Vermögensrechten
austritt""°). Das ist eine ganz schlechte, tadelnswerte Methode.
Dasselbe gilt von seinen Ausführungen über Inhalt und
Umfang dieses Rechtes.
Das Verfügungsrecht gewährt dem Berechtigten nach innen
die Ausübung des Rechts. „Der inneren Befugnis steht als
charakteristisches Merkmal die nach außen schlagende Berechti-
gung (?) gegenüber, unberechtigte Einwirkungen anderer Personen
auf den Herrschaftskreis kraft zustehender Rechtsmacht, eventuell
mit Hilfe der staatlichen Zwangsgewalt, abwehren zu können"4)."
Wobei sich natürlich die Frage erhebt, wie der Kläger behaupten
kann: Die Elektrizität, die du gebraucht oder verbraucht hast,
war meine Elektrizität! Er wird vielmehr wegen widerrecht-
lichen Gebrauchs seiner Leitung usw. klagen müssen. In der Tat
beschränkt sich auch Kloeß wenig konsequent darauf, einen
Schadensersatzanspruch nach § 823 anzunehmen, wobei er leider
verschweigt, ob er ihn auf Abs. I oder H dieser Rechtsnorm
stützt Daneben gewährt er dem Berechtigten die Selbsthilfe-,
Notwehr- und Notstandsrechte des Allgemeinen Teils und des
Sachenrechts (§§ 227—231, 859 I BGB.) und den Schutz gegen
Schikane (§ 226)143). „Einen weiteren Schutz hat der Gesetzgeber
jedoch dem Verfügungsrecht über Energien auf dem Gebiete des
Privatrechts bislang ausdrücklich nicht gewährt." § 823
(unklar ob Abs. I oder II) kommt nur speziell für die elektrische
Energie in Betracht; aber Kloeß fordert einfach die analoge An-
wendung auf die übrigen Energien und verlangt de lege ferenda
die Anerkennung des Rechtes an der Energie als schutzbedürftiges
absolutes Recht gleich dem Namensrecht.
Darin ist meines Erachtens das Zugeständnis enthalten, daß
de lege lata das Recht an der Energie ein absolutes Recht nicht
ist. So beschränkt sich die Bedeutung der Ausführungen von
"°) Kloeß S. 94 f.
141) S. 97.
142) Kloeß S. 101, 117f.; ebenso leider Sohm III S. 384.
"9 K l o e ß S. 116.

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