Volltext: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 37 (1912))

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Ernst Eckstein.

Tier im operationsfähigen Zustande zur Verfügung stellen"").
Ist das Haus eingestürztm), das Tier verendet, der Wein aus-
gelaufen""), so ist es der Gläubiger, auf den der Umstand
zurückfällt; der Schuldner kann sagen, er ist zur Leistung bereit,
wenn nur der Gläubiger ihn dazu instand setzt.
Ein Gleiches gilt von der Unmöglichkeit in Hinsicht auf den
Ort"9). Wer einen Sänger engagiert, muß ihm zum Auftreten
einen Saal stellen. Ist dieser eingestürzt, so ist das Sache des
Gläubigers und nicht des Schuldners"9). Ebenso, wenn die Fabrik
abbrennt und die Arbeiter darum nicht tätig sein können"^). Es
liegt also nicht Unmöglichkeit der Leistung, sondern Unmög-
lichkeit der Mitwirkung vor.
Schließlich kann es auch auf rein juristische Momente an-
kommen.
Wer zur Eigentums-, Nießbrauchbeschaffung usw. ver-
pflichtet ist, kann verlangen, daß sich der Gläubiger ihm im an-
nahmefähigen Zustande zur Verfügung stellt. Hat er nicht die
Eigentums- oder Nießbrauchfähigkeit, so gelten auch hier die
Grundsätze der Mitwirkungs-, nicht die der Leistungs-
unmöglichkeit"9)"9).
178) Der Fall, daß jemand die Heilung eines kranken Tieres übernimmt,
das dann von selbst gesund wird, oder das Flottmachen eines gestrandeten
Schiffes, das dann von selbst flott wird, gehört nicht hierher (anders T i tz e
S. 26), weil hier die Leistung, die geschuldet ist, sich von selbst erfüllt hat.
Die Grundsätze der Mitwirkungsunmöglichkeit können darum nicht in Frage
kommen, weil eine Mitwirkung gar nicht mehr nötig ist.
177) Vgl. T i tz e S. 29 und 68 (die Maschine, an der gearbeitet werden
soll, geht unter) und Sigel, Gewerblicher Arbeitsvertrag S. 63 (der
Dampfer, der gelöscht werden soll, versinkt).
178) Anders Titze S. 26.
179) Vgl. Titze S. 24. Titze aber scheidet nicht die Fälle, in denen
der Gläubiger, von denen, in welchen der Schuldner den Ort zu stellen hat.
18°) Anders Titze S. 28. Es scheint mir nicht völlig konsequent, daß
Titze für den Fall, daß die Leistung keinen individuell bestimmten Raum
erfordert (z. B. ein Redner für einen Vortragsabend), eine andere Auffassung,
der unsrigen sich nähernd, vertreten will.
1S1) A. M. Titze S. 26.
“*) A. M. T i tz e S. 9 und 26 “
18S) Interessant der Fall RGEntsch. Bd. 33 S. 167 (Seuffert Bd. 62
Nr. 2s6): der Schuldner soll mit dem Gläubiger eine Handelsgesellschaft

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