Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 37 (1912))

420 Ernst Eckstein.
Wird später aufgegeben. Als dauerndes Unvermögen wäre es an-
zusehen, wenn dem Maler sofort der Arm amputiert oder die
Schiffahrt durch feindliche Minen für unabsehbare Zeit unmög-
lich gemacht wäre.
Ich kann es mir ersparen, hier auszuführen, zu wieviel
billigeren Resultaten unsere Behandlung dieser Fragen führt als
die der Gegner, verweise vielmehr auf die eingehende Darstellung
bei Tihe^), mit dem ich mich in den Resultaten im wesent-
lichen decke.
In der Literatur ist eine Frage aufgeworfen, die zu einer um-
strittenen Kontroverse geführt hat, und die m. E. gar keine be-
rechtigte Frage ist: ob nämlich das dauernde Unvermögen
— die Literatur spricht meist von dauernder Unmöglichkeit — für
alle Zeiten befreit?
Selbstverständlich für alle Zeiten, und wenn ein dauerndes
Unvermögen nachträglich gehoben Wird, dann war es aber
nur ein scheinbar dauerndes Unvermögen, und eine Be-
freiung ist gar nicht eingetreten gewesen^). Solche Kontro-
versen sind nur möglich, wenn man die Unmöglichkeit nicht nach
dem Zeitpunkt der Fälligkeit beurteilen will; in welche prekäre
Lage man aber kommt, wenn man dieses nicht tut, hat eingehend
Krückmann^) ausgeführt.
Eine andere Frage ist es, ob bei derartigem scheinbarem
Unvermögen der Schuldner nicht ein Leistungsverweigerungst-
recht hat. Das möchte ich unter Umständen allerdings annehmen
und so mich dem Resultat von Kleineidam und Planck wisder
nähern, aber aus einem ganz anderen Gesichtspunkt, dem der
Leistungserschwerung^). In vielen Fällen wird auch der Unter-
gang der Obligation durch Zeitablauf hier Hineinspielen.

78) S. 247 ff.
7B) Im Resultat übereinstimmend herrschende Lehre: z. B. Co sack 4 I
S. 352; Siber, Jhering Bd. 60 S. 221; Titze S. 37 Anm. 6 gegen
Kleineidam S. 96 und Planck ' § 276, 6.
80) S. 106 ff.
80 *) Abschnitt IX.
80 b) Abschnitt VII.

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