Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 18 (1900))

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I. Köhler.

Von allen diesem spricht er auch in seinem traite des donations
sect. II art. II § 1 (de la tradition), und hier wiederholt er die
Meinung Ricards, daß quand meme 11 ne seroit pas dit expressement
que le donateur se retient l’usufruit de la chose donnee, mais
seulement que l’acquereur n’entrera en jouissance dans un certain
temps, dies einer clausula ususfructus gleichzustellen sei.
Zu seinem traite du contrat de la vente Y. ch. 1 a. 2 (nr. 321)
endlich kommt er aus die Materie zurück und fragt insbesondere, ob
der Erwerber im Fall einer tradition feinte einem späteren Erwerber,
dem realiter übergeben worden ish und ob er den Gläubigern des Ver-
äußerers vorgehe, ob also die tradition feinte auch Dritten gegenüber
wirke: er entscheidet sich, unter Berufung auf Gui Pape (oben S. 30),
für die bejahende Ansicht, wobei er die felbstverständliche Voraussetzung
macht, daß das Datum des ersten Erwerbs genügend nachgewiesen sein muß.
Und Argon endlich in seiner vielgelesenen Institution au droit
frantzais, welche 1771 in 10. Auslage erschien (aber auch noch spätere
Auflagen werden erwähnt), handelt an verschiedenen Stellen von der
possession feinte mit der clause d’usufruit, de relocation, de con-
stitut, de precaire, welche sert ä transferer la propriete ä l’ac-
quereur (II. 9, in der 10. Ausi. I. p. 243), welche allerdings nicht
zur Ersitzung genüge, weil ihr die Offenkundigkeit fehle (II. 10, id. I
p. 248), welche bei der Schenkung vorkomme, denn hors les coutumes
de vest et de devest il n’est pas necessaire que cette possession
soit reelle et actuelle, il suffit d’une possession feinte par retention
d’usufruit et les clauses de constitut et de precaire, welche aber
namentlich beim Kaufe üblich sei; ja beim Liegenschaftskauf solle sie
eigentlich subintelligirt werden: mais comme parmi nous on met
toujours une clause dans les contrats de vente, par laquelle le
vendeur se depouille et se demet de la propriete et de la possession
de la chose vendue pour en saisir l’acquereur, ce qu’on appelle
tradition feinte: des le moment que le contrat est parfait et
aecompli, tout les droits.passent en la personne de l’ac-
quereur, de sorte que, si le vendeur etoit proprietaire, l’acquereur
devient aussi proprietaire.
Noch kann etwa die Ordonnance von 1731 des donations in Betracht
gezogen werden, sofern sie über Schenkung beweglicher Sachen zwei Be-
stiimimngen hat, die Bestimmung des a. 15 und des a. 22 ; a. 15 besagt:

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