Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 18 (1900))

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Alexander Elster.

einzelne bedingte Verträge eingegangen werden mußten,^) weil aus
allem anderen ein Vertrag cum incerta persona nicht als klagbar
anerkannt wird, aber zeigt zugleich für uns, die wir ja im gem. Recht
die Auslobung als klagbar anerkennen, daß wir die Grundsätze der
Auslobung dem Quellenbeispiel gemäß auch auf die Auslobung an
einen bestimmten Kreis bestimmter Leute, von denen einer sich be-
rechtigen soll,^) ausdehnen dürfen und müssen.
Eine andere Serie auslobungsähnlicher Fälle sind die einseitigen
Versprechen des Codex Theodosianus und der Digesten, die ohne
Annahme klagbar sind.
a) 1. 4, III, 13 und 6, Y, 2
die dotis dictio;
b) 1. 3, III, 12
die iurata operarum promissio a liberto facta;!0)
(an den Patronus für den Fall der Freilassung);
c) fr. 2 de pollicitationibus 50, 12
das yotum;
d) fr. 1, 3, 4, 12 eodem 50, 12
die pollicitatio rei publicae vel civitati facta.
Der letzte dieser Fälle unterscheidet sich von den drei ersten da-
durch, daß das Versprechen nicht einmal durch eine Leistung des
Promissars bedingt ift81) und daher noch weniger als Stützpunkt für
die Auslobung verwendet werden sollte.
Dennoch haben Sintenis, Arndts, Puchta und Kuntze in
den Pollizitationen den Ausgangspunkt für ihre Auslobungstheorien
sinden wollen, besonders in Anlehnung an das fr. 3, 50, 12:
'Tactum est duorum in idem placitum et consensas,
pollicitatio vero ofkerentis solius promissum'.
Das hieße aber, sagt Exner mit Recht,32) „die Konstruktion der
28) Ein Anderes beweist uns Bülow nicht.
29) Dies auch als ein Beweis des oben § 2 Ausgeführten. Die Römer
kannten dies praktisch als Auslobung, ohne die Theorie dafür zu haben; wir
haben die Theorie, müssen sie also darauf ausdehnen.
30) Dies zieht auch Unger zur Vergleichung heran.
31) Auch für das Votum nimmt Dernburg eine Bedingung nicht als
wesentlich an, aber das ist doch das Häufigere, zum mindesten aber das juristisch
Interessantere.
32) A. a. O. S. 343, 344.

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