Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 29 (1906))

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Kurze Anzeigen.

mit Sorgfalt verwertet, und das Buch erfüllt in der Neubearbeitung allen an einen
kleineren, dabei selbständig-Wissenschaftlich gehaltenen Kommentar zu stellenden
Anforderungen.

R.-A. vr. I. Kaiser. Das Deutsche Patentgesetz vom 7. April 1891.
Lief. 1. 160 S. Preis 2,50 J6.
Der Verfasser unternimmt eine kleine Handausgabe des Patentgesetzes,
die sich neben den anspruchsvollen Konkurrenzarbeiten von Allfeld, Jsay und
Seligsohn grundsätzlich dadurch abheben will, daß sie die ausländische Gesetz-
gebung und die Staatsverträge nicht als gesondertes Gebiet behandelt, sondern
in den Kommentar tunlichst hineinarbeitet. Soweit sich bis jetzt ein Urteil
bilden läßt, hat der Verfasser etwas recht brauchbares geschaffen: das Gebotene
ist überall sachgemäß, präzis in der Form und auf den Ergebnissen der modernen
Fassung und Praxis aufgebaut, ohne die eigene Stellungnahme vermissen zu
lassen.

Geh. Justizrat Prof. vr. I. Köhler, Urheberrecht an Schriftwerken
und Verlagsrecht. Lief, t, Bogen 1—IO. Stuttgart 1906. F. Enke.
Preis 4 J6.
In glänzender Form leitet Köhler den breiten Strom seines autorrecht-
lichen Wissens in eine groß angelegte systematische Gesamtdarstellung, die auf
3 Lieferungen berechnet ist. Sehr bedeutsam ist in der vorliegenden ersten zu-
nächst die rechts- und dogmengeschichtliche Einleitung, leider in der Polemik mit
bisweilen unnötiger Schärfe, z. B. gegenüber dem immerhin verdienten Dambach.
Besonders wichtig erscheint die eindringende Polemik gegen Gierke, dessen
Persönlichkeitsrechtstheorie Köhler als die einzige neben der seinen dogmatisch
noch um die Herrschaft ringende anerkennt.
S. 128 ff. hebt die systematische Darstellung an; hier werden die dem Buche
von Köhlers früheren autorrechtlichen Arbeiten bereits geläufigen Scheidungen
zwischen einerseits der Erfindung und der (schutzlosen) Entdeckung, andererseits
zwischen Jmmaterialgüter- und Persönlichkeitsrecht (Individualrecht) klar und
musterhaft entwickelt. Der Gegenstand des Güterrechts ist nach Köhler ein
künstlerisches Sprachgebilde, seine künstlerische Kraft zeigt sich von unten nach
oben in drei Stufen: Übertragung des fremden Gedankenbildes in andere
Sprache; wissenschaftliche Darstellung, dichterisches Kunstwerk (S. 139).

Assessor A. Kutom, Repetitorium des Konkursrechts. Leipzig 1905.
Roßberg. 69 S. Preis geb. 1,60 Ji.
Über den Wert von Repetitionsbüchern kann man verschieden denken.
Das vorliegende steht keinenfalls auf der auch bei ihnen möglichen und wünschens-
werten höheren Warte; es versagt sich daher bei den Hauptproblemen des Konkurs-
rechtes eigne Stellungnahme, verzeichnet vielmehr einfach eine Auswahl der
anderweit aufgestellten Anschauungen. Darstellung und Anordnung sind als
übersichtlich zu bezeichnen.

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