Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 29 (1906))

Das Vermögensverzeichnis des § 1640 des BGB. 307
ist indessen nicht der Fall. Die genannten gesetzlichen Bestimmungen
weichen nach drei Richtungen von einander ab, die sämtlich hier nicht
in Betracht kommen.
1. Während der Vater Ersatz von Aufwendungen verlangen kann,
die bei der Sorge für die Person oder das Vermögen des Kindes
gemacht worden sind, hat § 1835 beim Vormund nur Aufwendungen
zum Zwecke der Führung der Vormundschaft im Auge. Ob hier ein
sachlicher Unterschied vorliegt, kann dahingestellt bleiben, da, wenn er
anzuerkennen wäre, § 1648 in der Ersatzpflicht zweifellos weitergehen
würde als § 1835.
2. Der Vater soll nach § 1648 Aufwendungen ersetzt verlangen
können, die er den Umständen nach für erforderlich halten durfte, wo-
gegen § 1835 hinsichtlich der dem Vormund zu erstattenden Auf-
wendungen auf § 670 BGB. verweist. Dort aber sind auch wieder
die Aufwendungen dem Beauftragten zu ersetzen, die dieser den Um-
ständen nach für erforderlich Hallen darf. Es ist also ein sachlicher
Unterschied nicht vorhanden und man hat nur beim Vater die Bezug-
nahme auf das Rechtsinstitut des Auftrages vermieden, um der Annahme
einer beabsichtigten Analogie zwischen elterlicher Gewalt und Auftrag
zu begegnen, während die Motive den § 1835 ausdrücklich mit der
Analogie zwischen Vormundschaft und Mandat rechtfertigen.
3. Nach tz 1648 soll der Vater keinen Ersatz verlangen können,
sofern die Aufwendungen ihm selbst zur Last fallen, eine Ausnahme,
die § 1835 nicht kennt. Man ist darüber einig, daß damit solche
Aufwendungen vom Gesetz gemeint sind, die nach den Vorschriften über
die Unterhaltspflicht und die Nutznießung vorn Vater selbst zu tragen
sind. Auf keine von ihnen läßt sich jedoch im vorliegenden Falle eine
Kostenpslicht des Vaters stützen.
Für die Ansicht Plancks lassen sich aber auch Gründe, die vom
Wesen des Verhältnisses zwischen Vater und Kind ausgehen, nicht ins
Feld führen. Richtig ist allerdings, daß man die elterliche Gewalt
nicht mit dem Auftrag und wohl überhaupt mit keinem Zivilrechts-
verhältnis hat in Vergleich bringen. wollen. Aber wenn man mit
Rücksicht daraus alle vom Vater im Interesse des Kindes vorgenommenen
Handlungen als lediglich durch die Liebe zum Kinde getragen ansehen
und das Heranziehen zivilrechtlicher Ersatzansprüche mit dem auf rein
ethischen Gesichtspunkten beruhenden Verhältnis zwischen Vater und

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