Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 39 (1913))

6. Der Kaufpreisanspruch beim Doppelverkauf desselben Grundstücks durch denselben Verkäufer

4.

Der Kaufpreisansprilch beim Doppelverkanf
desselben Grundstücks durch denselben

Ei» Streitfall zu §440 BGB.
Von Stadtassessor Dr. Herr m a n n in Haspe.
Der Tatbestand des Falles, mit dein dieser Zinssatz sich
beschäftigen soll, ist folgender:
V hat dem Makler M in X, der sein auf der Nordsee-
insel N belegenes Grundstück für ihn verkaufen soll,
notarielle Vollmacht zum Verkauf und zur Auflassung
erteilt. Infolge einer von M erlassenen Verkaufsan-
kündigung ist X mit V persönlich und E mit M in
Unterhandlung getreten. Am 1. April 1908 hat V durch
notariellen Vertrag das Grundstück dem X für 30000
Mark verkauft und es ihm sofort mit der Vereinbarung
übergeben, daß die Auflassung am nächsten Gerichtstage
in X erfolgen soll. Am 2. April hat M namens des
V das Grundstück für 36000 Mark dem E mündlich
verkauft und es diesem vor dem zuständigen Grundbuch-
amt in X aufgelassen. E ist noch am selben Tage als
neuer Eigentümer eingetragen. In der Nacht zum 3.
April hat eine Sturmflut mit einem Teil der Insel das
Grundstück hinweggespült.
Auf Grund dieses Tatbestandes soll die Frage untersucht
werden, ob V von X oder von E oder von beiden Käufern
Zahlung des Kaufpreises fordern kann.
1. Die aufgeworfene Frage hat Inhalt und Bedeutung erst
gewonnen durch den zufälligen Untergang des verkauften Grund-

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