Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 39 (1913))

Theorie der Rcchtsquellcn.

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Wegs vom Urteile eines „ungelehrten Mannes" abhängen; es
muß sich stets um ein „artificial and legal reason" handeln.

e) Sicher (certain) sein. Zum Beispiel „ist ein Gewohn-
heitsrechtssatz. wonach die Länder an den würdigsten der Bluts-
verwandten fallen, falsch. Sicher wäre der Sag dagegen, wenn
er besiiinmen wurde, daß das Gut an den nächsten männlichen
Verwandten fallen soll."
k) Zwingend (compulsory) sein; „customs, tlnnnsti ori:»-
blished by convent mnst be (when established) c o m p u 1 « n r y :
and not left to the Option of every man, he will ose theni or
no".1!)) So staun eine Gewohnheit, nach der sämtliche Gin
wohner für die Erhaltung einer Brücke eine gewisse Taxe zahlen
müssen, als eine richtige anerkannt werden. Dagegen Könnte
nicht von einer „richtigen" Gewohnheit die Rede sein, wenn
man nur nach Beliebe n zahlen müßte. „Solch eine Gewohnheit
ist unnütz und absurd und in der Tat steine richtige Gewohnheit"
(B l a ck st o n e, a. a. 0.).

g) Endlich müssen die Gewohnheiten folgerichtig (con-
sistent) sein. Kein Gewohnheitsrechtssatz darf zu einem andern
in Gegensatz stehen.
3. Den dritten Zweig des Common Law bilden die vorge-
nannten „particular Laws“, d. h. — nach Bla ck st o ne — die-
jenigen verschiedenen Rechtssätze, die althergebrachterweise durch
einige Gerichtshöfe angewendet zu werden pflegen. Hier-
her wird aber auch insbesondere das römische und kano-
nische Recht gezählt.20)

II. Das geschriebene Recht (leges scriptae, written
law) umfaßt den konstitutionellen Begriff des Gesetzes (im for-
mellen Sinne) und der Verordnung: the written laws of
the kingdom, which are Statutes, acts or edicts made by the
sotereign, by and with the advice and consent of the lords
spiritual and temporal and commons in parliament assem-
bled“.20)

19) Bla ck st o n e a. a. O. S. 78.
20) Blackstone a.a.O. 79—85.

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